Europäisches Weltraumlabor
Europas All-Star

Zwei Jahrzehnte nach der Entscheidung über den Bau eines europäischen Weltraumlabors startet heute, um 22.31 Uhr deutscher Zeit, die "Collumbus" ind All. Damit erfüllt sich Europa, der alte Kontinent, einen Traum. Doch die Amerikaner denken schon einen Schritt weiter – sie wollen zum Mars.

WASHINGTON. Auf dem amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral herrscht Hochspannung. Heute um 22.31 Uhr deutscher Zeit soll das Space-Shuttle Atlantis mit dem europäischen Columbus-Modul an Bord endlich zur Internationalen Raumstation ISS starten. Das Einzige, was jetzt noch dazwischenkommen könnte, ist das Wetter. „Aber die Aussichten sind gut“, sagt ein Experte in Cape Canaveral.

Eine lange Zeit des Wartens und des Bangens ist vorbei. Rund eineinhalb Jahre lagerte im Kennedy Space Center in Florida abrufbereit das 13 Tonnen schwere Stück Hochtechnologie. Und nicht immer dürften sich die deutschen Raumfahrtspezialisten sicher gewesen sein, dass Columbus auch tatsächlich in den Orbit fliegt. Denn nach der Shuttle-Katastrophe von 2003 lagen die Flüge zur ISS zunächst auf Eis. Die Zukunft des Shuttles stand buchstäblich in den Sternen – und damit auch die des Columbus-Moduls.

» Interaktive Grafik: ISS mit "Columbus"

Denn ohne das Shuttle kann das acht Meter lange und 4,50 Meter tiefe Weltraumlabor nicht zur ISS transportiert werden, da eine Montage auf eine russische Trägerrakete nicht praktikabel ist. Doch seitdem das Shuttle wieder regelmäßig und ohne größere Probleme fliegt, atmen die Techniker auf.

Die europäische Raumfahrtbehörde Esa wird mit Columbus erstmals selbst bestimmen können, wann sie welche Experimente ausführt. Sitz des Kontrollzentrums ist Oberpfaffenhofen bei München. Am 121. Shuttle-Flug nehmen daher auch gleich zwei Esa-Astronauten teil: Hans Schlegel aus Deutschland und Leopold Eyharts aus Frankreich. Schlegel ist für dasAndocken und die Verkabelung von „Columbus“ verantwortlich. Mindestens drei Außeneinsätze sind für den 53-Jährigen geplant. „Das Schwerste wird sein, für alle diese Aufgaben höchste Konzentration zu bewahren“, sagt Schlegel. 1993 war er schon einmal im All als Nutzlastspezialist in der später verunglückten „Columbia“ – seinen ersten „Weltraumspaziergang“ hat er aber jetzt vor sich.

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