Evolution
Sauriersterben ebnete den Weg für Säugetier-Giganten

An die Dinosaurier reichten sie nie heran, doch auch manche Säugetiere wuchsen zu Riesen heran. Das Aussterben der Riesenechsen ebnete diesen Säugetier-Kolossen den Weg, wie US-Wissenschaftler jetzt nachweisen konnten.
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HB BERLIN. Das Aussterben der Dinosaurier hat dem Aufstieg der Säugetiere den Weg bereitet. Nachdem die Riesenechsen vor etwa 65 Millionen Jahren von der Erde verschwanden, entwickelten die anfangs winzigen Säuger weltweit enorme Körperdimensionen, wie ein Forscherteam im Magazin „Science“ berichtet. Im Lauf der folgenden 25 Millionen Jahre stieg die Masse der Säugetiere etwa um das Tausendfache – offenbar um die plötzlich frei gewordene ökologische Nische zu füllen.

In der Studie trugen die Wissenschaftler um die Biologin Felisa Smith von der Universität von New Mexico die weltweit verfügbaren Informationen zur Evolution der Säugetiere zusammen. Zwar besiedelte diese Klasse der Wirbeltiere die Erde auch schon im Mesozoikum – also während des Erdmittelalters, das vor 65 Mio. Jahren endete. Aber während der ersten 140 Millionen Jahre ihrer Evolution waren die Säuger noch vergleichsweise winzig und erreichten meist nur die Größe von Nagetieren. Ihr Gewicht reichte damals von drei Gramm bis maximal 15 Kilogramm.

Das änderte sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier. „Während des Mesozoikums waren die Säugetiere klein“, sagt Koautor John Gittleman von der Universität von Georgia. „Aber als die Dinosaurier ausgestorben waren, wurden die Säugetiere viel größer, denn sie füllten die ökologischen Nischen, die frei wurden.“ Im Lauf von etwa 25 bis 30 Millionen Jahren nahmen die Säuger stetig an Masse zu, und zwar auf allen Kontinenten.

Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildete schließlich vor etwa 37 Millionen Jahren das Paraceratherium – das größte bekannte Landsäugetier. Der zu den Nashörnern zählende Koloss erreichte eine Schulterhöhe von fast sechs Metern, eine Länge von acht Metern und ein Gewicht von 17 Tonnen. In den folgenden Jahrmillionen ging die Größe der Landsäuger wieder etwas zurück. Das Paraceratherium starb vor etwa 23 Millionen Jahren wieder aus.

„Die Dinosaurier verschwinden vor 65 Millionen Jahren, und binnen 25 Millionen Jahren ist das System wieder hergestellt und die Tiere erreichen ein neues Maximum an Körpergröße“, erläutert Jessica Theodor von der Universität Calgary. „Aus geologischer Sicht ist das ein ziemlich kurzer Zeitrahmen. Das ist eine wirklich schnelle Evolution.“

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