Expedition „Uhrwerk Ozean“
Meeresforschung mit dem Zeppelin

Große Meeresströme wie der Golfstrom gelten als gut erforscht. Kaum untersucht sind dagegen die für den Nährstofftransport der Meere wichtigen kleinen Wasserwirbel. Nun gehen Forscher auf die Jagd nach den Mini-Wirbeln.

Geesthacht/PeenemündeMit einem Zeppelin fahnden Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums in Geesthacht nach Meereswirbeln in der Ostsee. Das Luftschiff wird im Juni mit hochauflösenden Kameras über die Ostsee fahren, um die vergleichsweise kleinen und instabilen Meereswirbel zu erfassen.

Das Forscherteam wolle mit der Expedition Daten darüber sammeln, welchen Einfluss diese Wirbel auf die Ozeanzirkulation und die Nahrungskette in den Ozeanen haben, sagt der Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum, Burkard Baschek. „Wie in einem Uhrwerk die Zahnräder greifen im Meer die Meereswirbel ineinander.“ Die Expedition „Uhrwerk Ozean“ startet am 18. Juni in Peenemünde auf Usedom.

Als Randmeer ist die Ostsee weitgehend frei von Gezeitenströmungen und damit von störenden Faktoren, die die Messungen beeinflussen könnten. Ziel der Expedition ist das südliche Bornholm-Becken mit Wassertiefen von 50 bis 70 Metern. Der Zeppelin soll nach Angaben des Instituts mit hochauflösenden Thermalkameras die für das menschliche Auge nicht sichtbaren Meereswirbel erfassen.

Erkennbar sind die Wasser-Tornados an Temperaturunterschieden – im Kern ist der Wirbel um bis zu ein Grad kälter. Vier Schiffe sollen die per Zeppelin entdeckten Wirbel dann vermessen.

Bislang sei der Einfluss dieser kleinen Meereswirbel auf die Ozeanzirkulation im Meer kaum untersucht, so Baschek, der die Expedition leitet. Im Gegensatz zu den großen Meeresströmungen wie dem Golfstrom sind die kleineren Meereswirbel nur 100 Meter bis zehn Kilometer groß und zerfallen innerhalb weniger Stunden.

„Die Ozeanzirkulation funktioniert wie ein Uhrwerk, angetrieben vor allem vom Wind“, so der Ozeanograf. An den Flanken der großen Meeresströmungen entstünden Wirbel, an deren Flanken wiederum noch kleinere Wirbel. „Wir beobachten eine Kaskade von groß zu klein.“

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Meeresforschung mit dem Zeppelin

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Beobachtung aus 1000 Meter Höhe

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