Experten: Bislang einmalige Kollision
Crash im All: US-Satellit zertrümmert Sputnik

Knapp 800 Kilometer über der Erde sind erstmals ein russischer und ein amerikanischer Satellit zusammengestoßen. Experten wollen nun die Trümmerwolke auswerten, die der kommerzielle US-Kommunikationstrabant und der seit Jahren abgeschaltete russische Militärsputnik hinterlassen haben. Über die Gefahren, die aus den Trümmer resultieren, gehen die Ansichten auseinander.

HB MOSKAU/WASHINGTON. Knapp 800 Kilometer über der Erde sind erstmals zwei völlig intakte Satelliten miteinander kollidiert. Der Aufprall ereignete sich bereits am vergangenen Dienstag gegen 18.00 Uhr MEZ über Sibirien. Der russische Militär-Satellit mit dem Namen Kosmos-2251 war seit 1993 im All, allerdings seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Der kommerzielle US-Trabant Iridium-33 befand sich seit 1997 im Weltraum.

Nach der Kollision der 900 und 560 Kilogramm schweren Trabanten bildete sich ein weites Trümmerfeld. „Die Beschaffenheit der Trümmerwolke muss noch untersucht werden“, sagte der russische Militärsprecher Alexander Jakuschin nach Angaben der Agentur Interfax am Donnerstag.

Erste Radar-Untersuchungen des US-Militärs hätten ergeben, dass rund 600 Trümmerteile nach dem Zusammenstoß im All zurückgeblieben seien. Es werde aber noch etwa zwei Tage dauern, bevor das genaue Ausmaß des Trümmerfeldes abzuschätzen sei, sagte Nasa-Sprecher Michael Carey dem US-Fernsehsender CBS.

"Für die Internationale Raumstation ISS besteht keinerlei Gefahr", sagte der Sprecher der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Alexander Worobjow, in Moskau. Unklar sei allerdings, inwieweit andere kommerzielle oder militärische Satelliten gefährdet seien, hieß es. Roskosmos kläre derzeit die genaue Herkunft des russischen Himmelskörpers, sagte Worobjow.

Andererseits sagte weiteren Agenturmeldungen zufolge ein Weltraumexperte der Agentur Interfax in Moskau, dass die Trümmer leicht mit alten sowjetischen Spionagesatelliten, die sogenannte Atombatterien an Bord haben, zusammenstoßen könnten. Es bestehe die Gefahr, dass Wolken mit radioaktiver Strahlung im All austreten, sagte der Experte.

Nasa-Sprecher Kelly Humphries meinte, das ganze Ausmaß der Kollision sei vermutlich erst in mehreren Wochen absehbar. Der für 22. Februar geplante Start der Raumfähre „Discovery“ sei vermutlich nicht in Gefahr.

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