Experten kämpfen mit alten Problemen
Nasa bekommt Shuttle nicht in Griff

Wenn die US-Raumfähre „Discovery“ Anfang Juli mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord in den Himmel steigt, steht die Zukunft des gesamten Shuttle-Programms auf dem Spiel. Sollte die Fähre beim Start Schaden erleiden, könnte Nasa-Chef Michael Griffin die Raumschiffe ganz aus dem Verkehr ziehen.

HB CAPE CANAVERAL. „Dann sind wir am Ende“, sagte Griffin Mitte Juni. Die Folgen wären ernst. Ohne die Fähren könnte weder der Bau der ISS abgeschlossen noch das alternde „Hubble“-Weltraumteleskop gewartet werden. Auch der Prestigeverlust wäre enorm: Die USA wären dann bis zum geplanten Start des Shuttle-Nachfolgers Crew Exploration Vehicle etwa 2011 nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe Menschen in den Weltraum zu befördern. Dies alles hätte nicht zuletzt auch diplomatische Folgen: Zahlreiche Nationen - darunter auch Deutschland - haben enorme Ressourcen in den Bau der ISS gesteckt. „Für Japan und Deutschland wäre das sehr, sehr schwer zu verdauen“, sagte Vincent Sabathier, ein ehemaliger Mitarbeiter der französischen Raumfahrtbehörde.

Schon unzählige Male hat die Nasa versucht, das Problem mit dem Isolierschaum am Treibstofftank der Raumfähren und andere immer wieder auftauchende Fehler zu lösen. Bislang jedoch vergeblich. Zuletzt war es ein Sensor am Tank, der einen Start der Raumfähre „Discovery“ im Mai verhinderte. Wenige Tage vor dem nunmehr für den 1. Juli geplanten Start mit der Esa-Mission Astrolab wird deutlich, dass die Nasa bei den Raumfähren mit schon alt bekannten Problemen zu kämpfen hat.

Es ist nicht gelungen zu verhindern, dass sich beim Start Schaum ablöst, der die Raumfähre beschädigen könnte. Ein solcher Vorfall hatte am 1. Februar 2003 zur Explosion der Raumfähre „Columbia“ beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und damit zur vorläufigen Einstellung des Shuttle-Programms geführt. Der Tank wurde zwar schon für den Start der „Discovery“ im vergangenen Jahr überarbeitet, geholfen hat es aber nicht viel. Denn auch danach löste sich wieder Isolierschaum.

Jetzt wurden weitere 35 Kilogramm Isolierschaum eingespart - die Nasa spricht von den größten aerodynamischen Veränderungen seit Start der Raumfähren. Aber auch dieses Mal ist damit zu rechnen, dass wieder Stücke abbrechen. „Wir erwarten das“, sagt der für den Zusatztank verantwortliche NASA-Manager John Chapman. „Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass sie klein genug sind, damit sie keinen Schaden anrichten können.“

Seite 1:

Nasa bekommt Shuttle nicht in Griff

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%