Forschung + Innovation
Extrem alter vogelähnlicher Raubsaurier in Argentinien gefunden

Einen mit 90 Mill. Jahren extrem alten, vogelähnlichen Raubsaurier haben Forscher in Argentinien entdeckt. Der Fund belegt, dass erste Vertreter der Fleisch fressenden, zweifüßigen Dromaeosaurier wesentlich früher lebten, als bislang angenommen.

dpa BUENOS AIRES/LONDON. Einen mit 90 Mill. Jahren extrem alten, vogelähnlichen Raubsaurier haben Forscher in Argentinien entdeckt. Der Fund belegt, dass erste Vertreter der Fleisch fressenden, zweifüßigen Dromaeosaurier wesentlich früher lebten, als bislang angenommen.

Der neue Saurier namens Buitreraptor gonzalezorum hatte in etwa die Größe eines Hahnes. Das Skelett deute bereits auf die enge Verwandtschaft mit Vögeln hin, berichtet das Forscherteam aus Argentinien und den USA im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 437, S. 1 007) vom Donnerstag.

Der neue Fund lasse den Schluss zu, dass frühe Formen aus der Gruppe der Dromaeosaurier sogar schon im Jura-Zeitalter vor bis zu 180 Mill. Jahren auftraten, schreiben die Forscher. Bisher dachten Wissenschaftler, dass diese Dino-Gruppe, zu der auch der gefährliche Jagdsaurier Velociraptor gehört, erst in der Kreidezeit aufgetaucht sei, die vor 65 Mill. Jahren endete.

Die langen Beine von Buitreraptor gonzalezorum lassen auf einen schnellen Läufer schließen, und die muskulösen Schultern deuten auf die Fähigkeit hin, Beutetiere zu packen und festzuhalten. An jedem Fuß saß zudem eine scharfe Kralle. Das Gabelbein war besonders groß und gewölbt, die vorderen Extremitäten erinnern an Flügel und das Becken entsprach dem heutiger Vögel.

Die versteinerten Knochen waren im vergangenen Jahr von den argentinischen Paläontologen Sebastián Apesteguía und Federico Agnolin sowie dem US-Forscher Peter Makovicky vom The Field Museum for Natural History in Chicago im Nordwesten Patagoniens gefunden worden. Der Name des Sauriers stammt von dem Fundort La Buitrera etwa 1 000 Kilometer südwestlich von Buenos Aires. Patagonien ist ähnlich wie die Gobi-Wüste in China eine der wichtigsten Fundstätten für Dinosaurierskelette.

Der Fund erlaube auch neue Einblicke in die Dynamik und Eigenarten der Evolution. Frühe Formen der Dromaeosaurier hätten bereits den Urkontinent Pangäa bevölkert. Nach dem Auseinanderdriften der Landmassen hätten sie sich jedoch auf Gondwana, zu dem das heutige Südamerika, Afrika, Australien, Indien und die Antarktis gehörten, sowie auf Laurasia, das aus Nordamerika, Europa und großen Teilen Asiens bestand, unterschiedlich entwickelt.

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