Forschung + Innovation
Falsche „Erinnerung“ verhilft zu gesünderer Ernährung

Schlechte Erinnerungen an den Genuss bestimmter Lebensmittel halten viele Menschen davon ab, bei diesen Speisen wieder zuzugreifen. Diesen Erziehungsprozess haben sich US- Psychologen zu Nutze gemacht.

dpa WASHINGTON. Schlechte Erinnerungen an den Genuss bestimmter Lebensmittel halten viele Menschen davon ab, bei diesen Speisen wieder zuzugreifen. Diesen Erziehungsprozess haben sich US- Psychologen zu Nutze gemacht. Sie erfanden schlechte „Erinnerungen“, um die Betroffenen vom Konsum fetthaltiger und auch sonst ungesunder Nahrungsmittel abzuhalten.

Der Trick funktioniert zumindest bei Erdbeereis, berichten Daniel Bernstein und Kollegen von der Universität von Washington in Seattle am Dienstag in der Online-Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (DOI: 10.1 073/pnas.0 504 869 102). Das Team redete seinen 228 Probanden ein, ihnen sei als Kind oft übel geworden von sahnigem Erdbeereis oder fetten Schokokeksen.

Tatsächlich nahmen fast 40 Prozent der Studienteilnehmer in der Eisgruppe die falsche „Erinnerung“ an und erklärten, sie würden Erdbeereis in Zukunft meiden. Dagegen wirkte der Trick mit Schokoladenkeksen nicht. Die Studienteilnehmer akzeptierten die vorfabrizierten „Erinnerungen“ nicht und ließen sich die Kekse weiter schmecken.

Eine Erklärung haben die Psychologen für diese unterschiedliche Bereitschaft zur Annahme einer Lüge nicht. Doch sie glauben, dass Schokoplätzchen häufiger geknabbert werden und darum eher als gut verträglich in der - eigenen - Erinnerung bleiben.

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