Forschung + Innovation
Familiensex bei Fledermäusen - Ein Mann für Tochter, Mutter und Oma

Was bei Menschen anstößig erscheint, ist bei weiblichen Fledermäusen durchaus üblich: Tochter, Mutter und Oma paaren sich bei ihnen zuweilen mit demselben Männchen. Dieses Paarungsverhalten stärkt die Verwandtschaft und kann auch den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Kolonie fördern.

dpa LONDON. Was bei Menschen anstößig erscheint, ist bei weiblichen Fledermäusen durchaus üblich: Tochter, Mutter und Oma paaren sich bei ihnen zuweilen mit demselben Männchen. Dieses Paarungsverhalten stärkt die Verwandtschaft und kann auch den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Kolonie fördern.

Das schreiben britische Forscher im Fachmagazin „Nature“ vom Donnerstag. Sie fanden zudem heraus, dass die Weibchen es dabei fast immer vermeiden, sich mit Blutsverwandten zu paaren. Die Forscher um Stephen Rossiter von der Queen Mary University London werteten über mehrere Jahre hinweg die genetischen Daten von rund 450 Fledermäusen der Art Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) aus. Ein Weibchen kann demnach zwar denselben aktuellen Partner haben wie seine Großmutter, es wird sich aber nicht mit seinem blutsverwandten Großvater paaren.

Die Großen Hufeisennase leben üblicherweise in nach Geschlecht getrennten Gruppen. Die Weibchen ziehen dabei ihren Nachwuchs gemeinsam auf. Zur Paarungszeit im Herbst und im Frühling bilden die sie in Höhlen kleinere Gruppen mit einem einzelnen Männchen. Die Weibchen bekommen normalerweise nur ein Junges pro Jahr.

Die Forscher betrachteten eine Gruppe über zehn Jahre hinweg genauer: Demnach blieben die Weibchen einem Partner im Schnitt drei Jahre treu. Damit sichern sie, dass dieser Nachwuchs aus direkten Geschwistern besteht. Fledermäuse werden frühsten im zweiten Lebensjahr trächtig. Die Großen Hufeisennasen können ein Alter von etwa 30 Jahren erreichen.

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