Fehlende Schnittstellen behindern die Marktentwicklung
Standard soll den Austausch von Geodaten erleichtern

Die vor Jahren ausgerufene Revolution der Kartographie durch Geoinformationssysteme (GIS) rollt nur mit halber Kraft.

HB BERLIN. Zwar werden die Stadtplanung, Baugenehmigungen, der Hochwasserschutz und selbst die private Wohnungssuche längst durch digitale Geodaten vereinfacht, aber, salopp formuliert: Jeder kocht dabei sein Süppchen. Was fehlt, ist ein übergreifender Standard. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) fordert nun, eine zentrale Anlaufstelle für GIS-Daten zu schaffen, die den Formatwildwuchs eindämmen soll.

„Die Vereinheitlichung der Daten ist ein Grundsatzthema für staatliche Verwaltungsorgane und für die GIS-Branche sehr wichtig, denn wir können für den Weltmarkt nur hoch entwickelte Katastersysteme herstellen, wenn wir umfassenden Zugriff auf die Daten haben und diese globalen Anforderungen genügen“, sagt Michael Sittard, Geschäftsführer der Esri GmbH, einem Anbieter von GIS-Technologie. Damit steht und fällt der Erfolg der Technik. Denn: 80 Prozent aller Informationen in Unternehmen und Verwaltungen sind letztlich Geodaten, die so aufbereitet werden müssen, dass sie auch Dritte problemlos nutzen können.

Prozesse und Produkte sind bislang nicht standardisiert, da weder öffentliche noch private Geodaten einheitlich erhoben werden. Anwendern können so Informationen nicht bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. „Im Katastrophenschutz etwa ist unter Umständen nicht gewährleistet, dass abgelegte Daten im Ernstfall tatsächlich verwendbar sind oder teure Anpassungen erforderlich werden“, bemängelt Birgit Heinz, Bereichsleiterin Software bei Bitkom.

Die Folge: Das Wirtschafts- und Arbeitsplatzpotenzial für Geoinformationen bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Nach einer Studie der Micus Management Consulting GmbH im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums sollen in dieser Branche bis 2008 bei einem Marktvolumen von mehr als zwei Mrd. Euro 14 000 Arbeitsplätze entstehen. Damit solche Prognosen tatsächlich eintreten, müsse – so der Appell von Bitkom – eine staatliche oder private Einrichtung geschaffen werden, die Geodaten einheitlich erhebt, pflegt und bereitstellt.

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