Fermilab
Spekulationen um neue Naturkraft

US-Forscher haben bei Experimenten im Teilchenbeschleuniger ungewöhnliche Messwerte erzeugt. Sie könnten ein Hinweis auf eine neue Naturkraft sein. Eine Sensation oder viel Lärm um nichts? Fest steht: Noch fehlt jeder Beweis.
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Batavia/BerlinEin Experiment bei einem US-Teilchenbeschleuniger hat Spekulationen über eine neue Naturkraft ausgelöst. Atomphysiker am Forschungszentrum Fermilab haben bei Beschleunigungsversuchen nach eigenen Angaben ungewöhnliche Werte gemessen. Was sie bedeuten, lässt sich noch nicht genau sagen.

„Es könnten statistische Schwankungen sein oder Simulationsprobleme, die wir korrigieren müssen“, räumte Physiker Rob Roser vom Fermilab in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur dpa ein. Möglich sei aber auch, dass hinter den Werten eine „massive Kraft steckt, die das derzeitige Modell von der Teilchenphysik sprengen würde“. Derzeit sind vier Naturkräfte bekannt: Kernkraft, elektromagnetische Kraft, schwache Kraft und Schwerkraft.

Die Existenz einer neuen Kraft wäre eine der größten physikalischen Entdeckungen seit Jahrzehnten, sagen die Fachleute.

Aber noch fehlt jeder Nachweis. Die Teams am Fermilab-Teilchenbeschleuniger Tevatron in Batavia bei Chicago hoffen laut Roser, ihr Datenvolumen bis zum frühen Sommer verdoppeln zu können. „Wissenschaftlich akzeptiert wird ein Ergebnis aber erst dann, wenn es sich von anderen reproduzieren lässt“, betonte der deutsche Kernphysiker Jens Dilling. Er ist Leiter der Kernphysik an der Triumf Universität in Vancouver und stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des kanadischen Nationallabors für Teilchen- und Atomphysik.

Im Tevatron werden Atomteilchen, die Protonen, und ihre Gegenstücke, die Antiprotonen, mit hoher Geschwindigkeit aufeinander geschossen. Dabei entstehen neue Teilchen. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres fiel auf, dass ein Experiment mehr Partikel einer bestimmten Art produziert als erwartet.

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