Ferne Galaxie entdeckt

Eine Reise von 13 Milliarden Jahren

Das Weltraumteleskop Hubble hat die bislang fernste Galaxie entdeckt. Die Sterneninsel ist so weit von uns entfernt, dass ihr Licht fast das gesamte Alter des Universums für die Reise bis zu uns benötigte.
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Fast jedes der hier abgebildeten Objekt ist eine Galaxie. Der Zoombereich des mit dem Hubble-Teleskop aufgenommenen Bildes hebt z8_GND_5296 hervor - die bislang fernste Galaxie, die Astronomen am irdischen Himmel aufgespürt haben. Quelle: dpa

Fast jedes der hier abgebildeten Objekt ist eine Galaxie. Der Zoombereich des mit dem Hubble-Teleskop aufgenommenen Bildes hebt z8_GND_5296 hervor - die bislang fernste Galaxie, die Astronomen am irdischen Himmel aufgespürt haben.

(Foto: dpa)

LondonAstronomen haben die bislang fernste Galaxie am irdischen Himmel aufgespürt. Das Sternsystem ist so weit entfernt, dass sein Licht 13,1 Milliarden Jahre zu uns unterwegs war und damit fast das gesamte Alter des Universums. Die Galaxie leuchtet aus einer Ära kurz nach dem Urknall zu uns, wie die Entdecker um Steven Finkelstein von der Universität von Texas in Austin im britischen Fachjournal „Nature“ berichten.

„Wir können einen Blick auf die Bedingungen im Universum werfen, als es erst fünf Prozent seines heutigen Alters von 13,8 Milliarden Jahren hatte“, so Ko-Autor Casey Papovich in einer Mitteilung der Universität. Die Analyse zeigt, dass die ferne Galaxie mit der Katalognummer z8_GND_5296 in überraschend rasantem Tempo neue Sterne produziert - hunderte Male schneller als unsere eigene Galaxie, die Milchstraße.

Hubble meldet sich zurück
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Sternenstaub zum Geburtstag: Mit diesem Bild feiert die Nasa den 20. "Geburtstag" des Hubble-Weltraumteleskops. Das Aufnahme zeigt eine etwa drei Lichtjahre große Säule aus Gas und Staub im Carina-Nebel. Im Inneren der Struktur entstehen neue Sterne, die irgendwann einmal die sie umgebenden Staubmassen weggebrannt haben werden.

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Mit solchen Fotos aus den Tiefen des Weltalls bringt "Hubble" seit 20 Jahren Astronomen ins Schwärmen. Die folgende Auswahl zeigt einige Schnappschüsse, die dem Teleskop in jüngerer Zeit gelungen sind. Foto: dpa

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Die sechs Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 6217 war das erste kosmische Objekt, das Hubble mit seiner im vergangenen Jahr neu installierten Beobachtungstechnik ins Visier nahm. Auf der im Juni 2009 entstandenen Aufnahme sind die bläulichen Spiralarme der Galaxie deutlich erkennbar. Eine solche Spiralstruktur ist auch für unsere Milchstraße charakteristisch.Foto: dpa

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Wie ein farbenprächtiger Schmetterling mutet der Nebel NGC 6302 an. Das 3.800 Lichtjahre von uns entfernte Objekt markiert das Ende eines Sterns mit der fünffachen Masse unserer Sonne. Seine äußeren Gasschichten, die mit einer Geschwindigkeit von mehreren hunderttausend Kilometer pro Stunde ins All schießen, bilden die Flügel des Schmetterlings.Foto: dpa

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Im Juli 2009 gelang Hubble diese Aufnahme des Planeten Jupiter. Der größte Planet des Sonnensystems, zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa 600 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, zeigt in seiner Atmosphäre deutliche Spuren einer Kollision, die sich wenige Tage zuvor ereignet hatte. Der schwarze Fleck am unteren Rand des Planeten ist die Hinterlassenschaft eines Kometen oder Asteroiden, der auf dem Gasplaneten einschlug.Foto: ap

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In der Detailaufnahme wird das Ausmaß der Katastrophe noch deutlicher. Zum Zeitpunkt des Einschlags hatte der Fleck etwa die Größe des Pazifischen Ozeans.Foto: ap

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Stephan's Quintet, eine Ansammlung von Galaxien, die Hubble ins Visier nahm. Dass die Galaxien auf diesem Bild eine scheinbar harmonische Gruppe bilden, beruht auf einer optischen Täuschung: Während die gelb-roten Sterneninseln tatsächlich alle in etwa gleicher Entfernung zur Erde liegen (rund 300 Millionen Lichtjahre), befindet sich NGC 7320, die bläuliche Galaxie oben links, "nur" etwa 40 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Foto: ap

Damit ähnelt die neu entdeckte Galaxie dem bisherigen Distanzrekordhalter, der in derselben Himmelsregion liegt. Auch diese Galaxie produziert neue Sterne am laufenden Band. „Daraus lernen wir etwas über das junge Universum“, erläuterte Finkelstein. „Es gibt viel mehr Stätten mit sehr hoher Sternentstehungsrate als wir bisher gedacht haben. Wenn wir zwei davon im selben Himmelsausschnitt finden, muss es eine ganze Reihe davon geben.“

Die Forscher waren in einer Himmelsdurchmusterung des Hubble-Weltraumteleskops auf die Rekordgalaxie gestoßen. Das Teleskop hatte in dem Programm „Candels“, dem bislang größten Projekt seiner Geschichte, rund 100.000 neue Galaxien kartiert.

43 davon hatte das Team von Finkelstein am Keck-Observatorium auf Hawaii näher untersucht. Dabei konnten die Astronomen die Rekordentfernung der Galaxie z8_GND_5296 spektroskopisch bestimmen. Zwar gebe es noch andere Kandidaten für extrem weit entfernte Galaxien aus dem jungen Universum, z8_GND_5296 sei aber diejenige Galaxie mit der größten bestätigten Distanz.

  • dpa
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