Fernsehformate
Österreich setzt sich bei HDTV an die Spitze

In Österreich beginnt am Montag die Fernsehzukunft. Dann startet als erster TV-Sender in Europa das Staatsfernsehen ORF einen Kanal im hochauflösenden HDTV-Format über den Astra-Satelliten. Die scharfen Bilder sind allerdings nicht kostenlos zu haben.

Pünktlich um 9 Uhr wird ORF-Chef Alexander Wrabetz am Montag den roten Knopf zum Sendestart drücken. Die Anstalt wird von da an ihr erstes Programm „ORF 1“ per Satellit rund um die Uhr ausstrahlen. Die Österreicher wollten unbedingt die Ersten sein, auch wenn der HDTV-Betrieb Zusatzkosten von zehn Mill. Euro im ersten Jahr verursacht.

Wrabetz machte den Technikleuten daher ordentlich Dampf – von der Planung bis zur Umsetzung hatten sie nur sieben Monate Zeit. Dass der HDTV-Kanal rechtzeitig zum Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft am 7. Juni in Österreich und der Schweiz an den Start gehen kann, darauf ist der technische Direktor Peter Moosmann mächtig stolz: „Durch HDTV werden wir Technikführer unter den deutschsprachigen Sendern.“

Von der Einführung der neuen Sendetechnik erwartet sich die Fernsehbranche einen Quantensprung. „Das ist wie der Wechsel vom Schwarz-Weiß-Fernsehen zum Farbfernsehen“, formulierte der frühere Premiere-Chef Georg Kofler einst euphorisch. ORF-Technikchef Moosmann nennt HDTV gar „die ganz große Innovation seit der Einführung des Farbfernsehens“.

Im Gegensatz zur bisherigen Fernsehnorm „PAL“ mit 415000 Bildpunkten besitzt HDTV bis zu zwei Millionen Bildpunkte. Die höhere Bildschärfe wird auch die Produktion von Fernsehsendungen ändern. Denn für hochauflösende Filme brauchen die Hersteller mehr Großaufnahmen. Hingegen müssen sie schnelle Kamerafahrten vermeiden – die Bildschärfe überfordert sonst das Auge des Zuschauers.

Bisher allerdings gibt es abgesehen von der Live-Berichterstattung zum Beispiel bei Sportveranstaltungen kaum Programme in HD-Qualität. Die meisten Hollywood-Studios nehmen zwar Serien wie „Desperate Housewives“ oder „Lost“ in hochauflösender Qualität auf. Doch nachher wandeln sie die Blockbuster wieder für das herkömmliche Fernsehen um. Doch auch die Studios wissen, dass die Nachfrage steigen wird, auch wenn der jetzige Markt noch klein ist. „In Hollywood war das Erstaunen groß, dass ausgerechnet der kleine ORF den Wunsch nach Programmen im HD-Standard hat“, sagt ORF-Marketingchef Pius Strobl.

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