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Festung Ehrenbreitstein älter als angenommen

Am Ort der heutigen Festung Ehrenbreitstein in Koblenz stand schon sehr viel früher eine Befestigungsanlage als bisher angenommen. Es sei ein Graben entdeckt worden aus der Zeit um 1 000 vor Christus, der zu einer damaligen Bergfestung gehört habe.

dpa KOBLENZ. Am Ort der heutigen Festung Ehrenbreitstein in Koblenz stand schon sehr viel früher eine Befestigungsanlage als bisher angenommen. Es sei ein Graben entdeckt worden aus der Zeit um 1 000 vor Christus, der zu einer damaligen Bergfestung gehört habe.

Das teilten die Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege in Koblenz am Montag mit. „Wir sind deutschlandweit momentan die einzige Festung, die eine 3 000-jährige Festungsgeschichte nachweisen kann“, beschrieb Archäologe Axel von Berg die Bedeutung des Fundes.

Ehrenbreitstein liegt über dem Rhein auf einem schroff in die Höhe steigenden Felsen mit Blick auf das Deutsche Eck. Das heutige Bollwerk entstand von 1 817 bis 1 827. Es gilt als eines der bedeutendsten Verteidigungsanlagen in Europa. Auch zur Zeit der Römer und im Mittelalter gab es dort Befestigungsanlagen. Lange konnten die Archäologen mit Urkunden nur nachweisen, dass das Gebiet von 1 000 nach Christus an besiedelt war. In den vergangenen Jahren kamen jedoch Scherben, Werkzeuge und Schmuck zu Tage, die auf eine Siedlungsgeschichte hinwiesen, die schon 4 000 vor Christus begann.

Als im Gebiet der so genannten Großen Traverse die Arbeiten zum Bau eines neuen Restaurants begannen, suchten die Archäologen dort in der Tiefe und fanden den Graben. Den Angaben zufolge bildete er mit Palisaden aus Holz eine Festung an der rund 30 Meter schmalen Engstelle des Plateaus. „Das ist eindeutig eine Befestigungsanlage, das war kein normales Gebäude“, sagte von Berg. Er stützte sich dabei auch auf Vergleiche mit ähnlichen Funden an anderen Orten. Wie die Bauarbeiten für das neue Restaurant nun weiter gehen, ist noch offen.

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