Feuerwerk im Weltall
Japaner wollen Sternschnuppen verkaufen

Sternschnuppen sollen ja bei der Erfüllung von Wünschen helfen. Jetzt will ein japanisches Start-up den Himmelslichtern ein wenig nachhelfen und künstliche Sternschnuppen auf die Erde regnen lassen. Nur ein Wunschtraum?
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BerlinEin Sternschnuppenschauer zum Geburtstag? Das japanische Start-up ALE will solche Wünsche in naher Zukunft erfüllen. Denn die Raumfahrtexperten planen, Sternschnuppen auf Bestellung zu produzieren und damit nächtliche Lichtshows ins Weltall zu zaubern. Die künstlich erzeugten Feuerbälle könnten nach Einschätzung beteiligter Wissenschaftler aber auch dazu beitragen, neue Erkenntnisse über die Erdatmosphäre zu gewinnen.

ALE will einen Mikrosatelliten ins All schießen, der zur gewünschten Zeit am gewünschten Ort Sternschnuppen ausstößt. „Ich denke an ganze Schauer von Sternschnuppen – das ist in der Natur selten“, sagt Geschäftsführerin Lena Okajima. „Es ist künstlich, doch ich möchte die Zuschauer begeistern.“

Natürlich Sternschnuppen entstehen, wenn kosmischer Staub in die Erdatmosphäre eindringt und verglüht. Dabei kommt es durch Wechselwirkung mit Luftatomen zu der typischen Leuchtspur. Besonders häufig treten Sternschnuppen auf, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubspur eines Kometen kreuzt. Dann können schon mal mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde aufblitzen. In wenigen Wochen ist es wieder soweit, wenn die Erde den Weg des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt, dessen staubige Hinterlassenschaft alljährlich den Sternschnuppenschauer der Perseiden auslöst.

Mit bis zu 80 Kilometer pro Sekunde rasen natürliche Sternschnuppen durch die Atmosphäre. Die von ALE geplanten künstlichen Himmelslichter sollen nur etwa zehn Prozent dieser Geschwindigkeit entwickeln. Zusammen mit Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelt die Firma zurzeit einen Satelliten, der in 400 bis 500 Kilometer Höhe die Erde umkreisen und Dutzende Bälle mit einem Durchmesser von ein paar Zentimetern in die Atmosphäre schleudern soll.

Woraus die Bällchen bestehen, will die Firma nicht preisgeben. Mehrere Sekunden sollen die Kunststerne leuchten, bevor sie komplett verglühen – je nach Zusammensetzung der Objekte in unterschiedlichen Farben und lange bevor sie eine Gefahr für den Erdboden darstellen können, so die promovierte Astronomin Okajima.

Zwar werde irgendwann der Reiz künstlicher Sternschnuppen verblassen, glaubt Okajima. Doch dann könnte das Feuerwerk im Weltall mit Events am Boden verknüpft werden: „Den Himmel zum Bildschirm zu machen ist die größte Attraktion dieses Projekts. Es ist eine Show im Weltraum.“

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