Finanzdienstleister nutzen IT-Infrastrukur für Zusatzdienste
Banken verkaufen Konzerttickets über Geldautomaten

Wer über das Internet oder per Telefon eine Eintrittskarte für ein Bundesligaspiel oder ein Konzert gebucht hat, muss bald nicht mehr zu einer der üblichen Vorverkaufsstellen hasten, um das Ticket in der Hand zu halten. Von 2006 an kann man Billets für 25 000 Veranstaltungen am Geldautomaten kaufen.

HB DÜSSELDORF. Man erhält sie über den Kontoauszugsdrucker. „Mit der Lösung hat praktisch jeder Kunde rund um die Uhr einen Ticketverkauf in unmittelbarer Nähe", sagt George Egloff, CEO von Ticketcorner Deutschland.

Der Pilotversuch, den der Bad Homburger Kartenhändler zusammen mit der GAD in Münster, dem IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken (VR) plant, ist aber nicht nur „absolut wegweisend im internationalen Ticketing“, wie Kartenhändler Egloff sagt. Es ist ein Beispiel dafür, dass Banken zunehmend versuchen, sich mit Hilfe ihrer technischen Infrastruktur neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Provisionen aus dem Kartenverkauf zu kassieren, der bis Ende des Jahres an 50 VR-Geldautomaten getestet wird, ist dabei nur eine von vielen Ideen. Sie sind möglich, weil die Banken einen wichtigen Trumpf in der Hand halten, mit dem sie im Informationszeitalter punkten können, sagt GAD-Geschäftsführer Arno Lederer: „Die Banken genießen gegenüber dem Kunden eine einzigartige Vertrauensstellung.“

Das macht sie beim Ticketverkauf, aber auch bei anderen Online-Geschäften, zum perfekten Mittler. Wo der Kunde sonst einem ihm unbekannten Anbieter vertrauen müsste, bieten sich die Banken deshalb als Intermediär an. Das gilt auch für den Bereich des E-Commerce. „Click & Buy“ heißt ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Payment-Anbieter Firstgate, das allen VR-Kunden offen steht, die am Online-Banking teilnehmen. Sie müssen sich nicht mehr direkt bei Bezahldiensten anmelden, sondern wickeln Geschäfte über den vertrauten Finanzpartner ab.

Geld verdienen die VR-Banken mit diesen Angeboten noch nicht. Dennoch halten es Branchenexperten für sinnvoll, derartige Leistungen zu entwickeln. „In dem Maße, in dem Banken mehr und mehr Informationen generieren und sich zu Datenverwaltern wandeln, müssen sie sich durch effizientere Datennutzung und damit besseren Kundenservice differenzieren“, sagt zum Beispiel Peter Schurau, Finanzexperte bei der Unternehmensberatung Bearing-Point.

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