Fliegende Antennen statt Basisstationen
Luftschiffe helfen künftig beim Ausbau des Mobilfunks

Mehr und mehr Menschen nutzen das Internet, immer stärker auch unterwegs. Grundlage dafür ist die mobile Datenübertragung. Mobilfunkmasten sind aber häufig ungern gesehen und teuer - daher gehen diese Antennen nun „in die Luft“.

BERLIN. Das Internet durchdringt den Alltag immer mehr. Daten werden nicht nur am Rechner zu Hause abgefragt, sonder zunehmend auch unterwegs auf mobilen Geräten. Noch lässt die mobile Datenübertragung zu wünschen übrig, doch die Mobilfunkfirmen bauen ihre Übertragungskapazitäten weiter aus. Dabei haben sie ein Problem: Zusätzliche Mobilfunkmasten sind vielen Menschen ein Dorn im Auge – und für ein lückenloses Handynetz ist eine teuere Investition. Weltweit suchen Forscher daher nach anderen Lösungen. Eine Idee: Luftschiffe in der Stratosphäre, also zwischen Boden und Orbit, könnten die schnellen mobilen Datenleitungen zur Verfügung stellen.

„Ziel ist, eine neue Art der Infrastruktur in der Stratosphäre aufzubauen“, sagt Joachim Horwarth vom Institut für Kommunikation- und Navigation am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR ist an dem von der EU geförderten Projekt „Capanina“ beteiligt, bei dem ein gutes Dutzend Institute und Unternehmen an einem unbemannten Luftschiff arbeiten, das in einer Höhe von 22 Kilometern per Laser Daten mit einer Übertragungsrate von mehreren Gigabit pro Sekunde übertragen soll.

Im Grunde funktioniert die Datenübertragung wie über Glasfaserkabel, nur eben dass das Übertragungsmedium Luft ist. Die Schwierigkeit dabei: „In der Atmosphäre kommt es zu Turbulenzen, die den Laserstrahl ablenken, was hohe Anforderungen an das Tracking-System stellt, mit dem die Daten empfangen werden“, erklärt der Elektrotechniker. In ersten Tests habe die Übertragung aber über eine kürzere Distanz schon gut funktioniert.

Ein Vorteil des Systems: „Im Gegensatz zu einer Übertragung per Satellit kann das Luftschiff zur Wartung oder einem Update jederzeit auf den Boden zurückgeholt werden“, sagt Horwarth. Außerdem wäre es sehr flexibel. Eine solche Plattform könnte beispielsweise nach einem Erdbeben in Katastrophengebieten helfen, bei zerstörter Infrastruktur schnell ein Kommunikationsnetz für Rettungskräfte aufzubauen. Bis es jedoch einsatzbereit ist, wird es noch einige Zeit dauern.

Seite 1:

Luftschiffe helfen künftig beim Ausbau des Mobilfunks

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%