Flughöhe
Forscher untersuchen das Klima an Bord

Wie wirkt sich das Klima in der Kabine auf die Passagiere und das Flugpersonal aus? Durch welche Veränderungen lässt sich die Behaglichkeit an Bord verbessern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Fluglabor, dass am Samstag in Holzkirchen bei München eröffnet wird.

DÜSSELDORF. Ein Fluglabor der besonderen Art wird am morgigen Samstag in Holzkirchen bei München eröffnet. Es wird betrieben vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP). Die Forscher beschäftigen sich hier nicht mit der Aerodynamik, dem Antrieb oder der Leistung und Geschwindigkeit von Flugzeugen, sondern erkunden im Auftrag von Kunden einzig und allein das Wohlergehen der Menschen an Bord.

Wie wirkt sich das Klima in der Kabine auf die Passagiere und das Flugpersonal aus? Durch welche Veränderungen lässt sich die Behaglichkeit an Bord verbessern? Welche Dinge stören Passagiere am meisten und wie kann man sie gegebenenfalls abstellen? All diese und ähnliche Fragen sollen jetzt erstmals detailliert am Boden untersucht werden und dazu beitragen, dass Hersteller von Flugzeugen, Zulieferer und Fluglinien die Umgebungsbedingungen in der Kabine angenehmer und effizienter gestalten können.

Der Luftverkehr ändert sich. Die Non-Stop-Flugstrecken werden länger. Damit werden Fragen nach der Belastung der Passagiere sowie der Cockpitbesatzungen und des Service-Personals – das teilweise bis zu 17 Stunden hintereinander an Bord arbeiten muss – wichtiger. Nicht nur die trockene Luft im Passagierraum, das ständige Dröhnen der Turbinen, die unterschiedlichen Druck- und Luftverhältnisse oder das lange Sitzen wirken sich nachteilig auf das Befinden der Passagiere aus. Mehr und mehr Luftlinien bieten während des Flugs inzwischen das Surfen im Internet an, so dass eine wachsende Anzahl von Passagieren während die Zeit während des Fluges mit mobilen Computern vertreibt. Flugmediziner wollen nun untersuchen, welchen Einfluss die Elektronik auf das Wohlbefinden der anderen Fluggäste hat.

In dem bislang in der Welt einzigartigen Fluglabor, können exakt die gleichen Bedingungen geschaffen werden wie in einem fliegenden Passagierjet. Herzstück der Anlage ist eine 30 Meter lange Niederdruckkammer. In dieser Röhre befindet sich das Vorderteil eines Airbus A310. Mit Hilfe von drei Hochleistungsvakuumpumpen kann der Druck in der Kammer auf bis zu 150 Hektopascal abgesenkt werden. Das entspricht einer Flughöhe von 13 000 Metern.

Auch die Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Kabine können entsprechend den Bedingungen während eines Fluges eingestellt werden. Lautsprecher sorgen für den typischen Flugzeugsound. Vibratoren unter den Sitzen ahmen das Rütteln beim Start und während des Fluges nach.

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