Flugsaurier Hatzegopteryx: Das wahre Monster aus Transsilvanien

Flugsaurier Hatzegopteryx
Das wahre Monster aus Transsilvanien

Mit der Spannweite eines Kleinflugzeugs gehörte Hatzegopteryx zu den gewaltigsten Tieren, die in der Erdgeschichte die Lüfte eroberten. Entsprechend groß war seine Beute, wie ein Fund aus Rumänien belegt.

HeidelbergMit einer Spannweite von rund zwölf Metern und einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm gehört Hatzegopteryx zu den größten Flugsauriern der Kreidezeit. Doch während viele seiner Verwandten Fisch und allenfalls kleine Landtiere erbeuten konnte, erlegte dieser Pterosaurier womöglich Beutetiere von der Größe kleinerer Pferde. Das legen zumindest Fossilien nahe, die Darren Naish von der University of Southampton und Mark Witton von der Portsmouth University untersuchen konnten.

Die Überreste, die aus dem heutigen Transsilvanien stammen, deuten an, dass sich Hatzegopteryx gehörig von anderen Flugsauriern unterschied. Während diese sich überwiegend durch lange Hälse und Beine auszeichneten, besaß Hatzegopteryx einen kurzen, kräftigen Nacken mit breiten Knochen und einen sehr breiten Mund.

Die Art war also wohl eher kompakt gebaut mit starken Rücken-, Schwingen- und Beinmuskeln, die zu seinem hohen Gewicht trotz der leichten Knochen beitrugen. Verstärkt waren die Wirbel durch ein schwammartiges, stabilisierendes Material, das die auftretenden Belastungen bei der Jagd abfederte.

Der riesige Mund ermöglichte den Tieren wohl auch das Erbeuten von sehr viel größerer Beute als bei den anderen Pterosauriern. Der Fundort gehörte vor 70 Millionen Jahren, als Hatzegopteryx lebte, zu einer Insel namens Hateg im Tethys-Meer. Bisherige Fossilienfunde aus der Region werden von kleinen Dinosaurierspezies dominiert, gigantische Fleischfresser tauchten dagegen bislang aus dieser Zeit nicht auf.

Die Pterosaurier waren deshalb wahrscheinlich die Spitzenräuber des damaligen Ökosystems auf Hateg, so Naish und Witton. Ähnlich wie heutige Marabus stolzierten sie wahrscheinlich über die Insel und erlegten die teils ponygroßen Dinosaurier, die sie im Ganzen schlucken konnten.

Nicht alle Flugsaurier wurden allerdings so groß wie Hatzegopteryx oder der verwandte Quetzalcoatlus. Erst 2016 beschrieben Elizabeth Martin-Silverstone von der University of Southampton und ihre Kollegen eine Spezies, die allenfalls die Ausmaße einer Möwe oder eines Adlers erreichte.

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