Forschen für die Zukunftsstadt Die Stadt zur Greenopolis machen

2050 leben zwei Drittel der Menschen in Städten. Schon heute droht vielen Metropolen der Verkehrsinfarkt, dreckige Luft und soziale Probleme sind Alltag. Im Wissenschaftsjahr 2015 wollen Forscher nach Lösungen suchen.
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Der High Line Park in New York City schlängelt sich auf der Konstruktion einer ehemaligen Hochbahn durch Manhattan. Solche Grünflächen sollen Metropolen in Zukunft wohnlicher machen. Quelle: dpa

Der High Line Park in New York City schlängelt sich auf der Konstruktion einer ehemaligen Hochbahn durch Manhattan. Solche Grünflächen sollen Metropolen in Zukunft wohnlicher machen.

(Foto: dpa)

BerlinLeise surren Elektroautos durch die Straßen. Die Luft ist sauber, denn weder Autos noch Fabriken stoßen Schadstoffe aus. Häuser sind wie Kernkraftwerke, die mit Solarzellen an den Fassaden mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Gärten auf den Dächern sorgen für ein angenehmes Klima in der Metropole und versorgen die Städter zusätzlich mit frischem Gemüse.

Für die Forscher der Fraunhofer-Initiative „Morgenstadt“ soll diese Vision keine Utopie bleiben. Sie entwickeln Konzepte und Technologien für eine umweltfreundliche und lebenswerte Stadt von morgen.

„Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen urbanen Ära“, sagt Fraunhofer-Experte Alanus von Radecki. Egal ob Klimawandel, Ressourcenknappheit oder die alternde Gesellschaft - die großen Zukunftsfragen stellten sich in besonderer Brisanz in den Städten.#

Manhattans grüner Sturmschutzwall
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Wo nach dem Orkan 2012 Wassermassen durch die Straßen flossen, soll künftig im Ernstfall alles trocken bleiben. Der Spatenstich für die erste Meile von "The Big U" ist für 2017 angekündigt.

Bilder: BIG

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Durch die steigende Erderwärmung nahmen die Orkane im Nordosten der USA in den vergangenen Jahrzehnten stetig zu. Die tropischen Stürme erreichen stellenweise eine Windgeschwindigkeit von über 180 km/h. Sturm Sandy raste Ende Oktober 2012 mit 150km/h auf New York zu und richtete auf der Insel und den angrenzenden Stadtteilen wie Staten Island und in Brooklyn verheerende Schäden an.

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Die Insel Manhattan war dem Wirbelsturm gnadenlos ausgeliefert: Wind und Wasser peitschten stundenlang durch die Straßen, gut 50 Prozent der Stadt waren akut gefährdet. Der damalige Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Evakuierung von 375.000 Bewohnern in besonders kritischen Gegenden in Manhattan und Brooklyn an. Auch auf Long Island verließen die Menschen ihre Häuser. Das Leben der Millionenstadt stand nach Sandy fast still. In vielen Teilen der Stadt fiel tagelang der Strom aus, Wohnungen standen unter Wasser.

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Mit dem Wind kamen die Fluten: Sandy wirbelte durch New York und hinterließ allein im Stadtgebiet einen Schaden von über 20 Milliarden Dollar. Wassermassen drängten sich durch Lower Manhattan, Autos schwammen auf den Straßen, U-Bahnen und Fähren standen still. Die Aufräumarbeiten zogen sich über Wochen hinweg.

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Um die Wiederholung einer ähnlichen Katastrophe zu vermeiden, soll in den nächsten Jahren eine Schutzmauer um Manhattan gebaut werden. Ein acht Meilen (13 Kilometer) langes Flutschutz-System legt sich dann den Plänen von BIG nach als Puffer um die Insel. Die Regierung hatte knapp 60 Milliarden Dollar bereit gestellt – zum Wiederaufbau, aber auch zur Prävention.

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Den BIG-Plänen nach wird mit "The Big U" nicht nur ein Schutz sondern auch zusätzlicher Lebensraum für New York geschaffen. Das Projekt integriert Parkanlagen, Aussichtsplattformen, Wiesen und Sportplätze. Als Vorbild orientierte sich das Team an der Highline, der zum Park umgebauten stillgelegten Hochbahnstrecke im Westen Manhattans.

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Im Fall eines erneuten Wirbelsturmes sollen die heranpeitschenden Wassermassen von der drei bis 5 Meter hohen Wand abgehalten werden. Lower Manhattan würde so einer erneuten Überflutung entgehen, die Konsequenzen eines Sturmes sollen durch "The Big U" auf ein Minimum reduziert werden.

Auch das Bundesforschungsministerium widmet sich dem Thema und stellt das Wissenschaftsjahr 2015 unter das Motto „Zukunftsstadt“. In Bürgerbeteiligungsprojekten, Wettbewerben, kommunalen Aktionstagen oder Vorlesungsreihen an Universitäten sollen Akteure aus Zivilgesellschaft, Forschung und Politik in einen Dialog treten.

Es ist ein Thema, das die große Mehrheit der Menschen betrifft. Nach Angaben von Experten der Vereinten Nationen leben schon heute mehr Menschen in urbanen Räumen als in ländlichen Regionen. 2050 werden sich nach UN-Prognosen sogar etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung in den Städten drängeln.

„Der größte Handlungsdruck besteht im Verkehr“, warnt Radecki. Neue Mobilitätskonzepte seien gefragt, die Wege schneller und umweltfreundlicher machen, indem sie Angebote kombinieren: etwa das Elektroauto, die Hochbahn oder Car- und Bike-Sharing. Neben dem öffentlichen Verkehr verzeichneten diese Konzepte bereits heute Zuwachsraten.

Die Bundesregierung will zudem deutlich mehr umweltfreundliche E-Autos auf die Straßen bringen: Ziel sind eine Million dieser Fahrzeuge in Deutschland im Jahr 2020. Zum Vergleich: Anfang 2014 waren bundesweit weniger als 100.000 Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge zugelassen.

Beton-Metropolen zum Sprießen bringen
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