Forscher aus USA und Japan geehrt
Physik-Nobelpreis geht nach Japan und USA

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an zwei japanische und einen amerikanischen Wissenschaftler. Die Japaner Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa sowie der ursprünglich aus Japan stammende US-Bürger Yoichiro Nambu werden für ihre Erforschung der kleinsten Bausteine der Materie ausgezeichnet.

HB STOCKHOLM. Mit dem Nobelpreis für Physik werden in diesem Jahr drei Forscher aus Japan und den USA ausgezeichnet, die einen Einblick in die kleinsten Bausteine der Materie ermöglicht haben. Die eine Hälfte des Preises geht an den aus Japan stammenden US-Wissenschaftler Yoichiro Nambu von der Universität Chicago. Die andere Hälfte würdigt die beiden Japaner Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa.

Nambu entdeckte bereits 1960 das Prinzip der „spontanen gebrochenen Symmetrie“ in der Teilchenphysik. Damit sei ein Standardmodell für die Erkenntnis der kleinsten Bausteine jeder Materie entwickelt worden, erklärte die Schwedische Akademie der Wissenschaften in ihrer Begründung für die Preisverleihung: „Spontan gebrochene Symmetrie verbirgt die Ordnung der Natur unter einer scheinbar ungeordneten Oberfläche.“

Kobayashi und Maskawa bauten 1964 auf den Erkenntnissen Nambus auf und erweiterten die Theorie auf die Entstehungsgeschichte des Kosmos. Sie wiesen nach, dass Assymetrien bereits die Anfänge des Universums prägten, und entwickelten die Hypothese von drei weiteren „Quarks“ - jenen kleinsten Teilchen, aus denen sich die Protonen und Neutronen von Atomen zusammensetzen. 2001 konnte diese Hypothese mit Hilfe von Anlagen der Elementarphysik in den USA und Japan nachgewiesen werden.

Nambu wanderte bereits 1952 in die USA aus und erhielt 1970 die Staatsbürgerschaft der USA. Rund 40 Jahre lang forschte und lehrte der heute 87-jährige Elementarphysiker an der Universität von Chicago. Der 64 Jahre alte Kobayashi ist am Teilchenbeschleuniger KEK in der japanischen Ortschaft Tsukuba tätig. Der 68-jährige Maskawa arbeitet am Yukawa-Institut für Theoretische Physik an der Universität Kyoto

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr insgesamt mit umgerechnet einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Der Nobelpreis für Physik ist traditionell der zweite von insgesamt fünf Preisen, mit denen der 1896 gestorbene Stifter Alfred Nobel den Einsatz im Dienste der Menschheit fördern wollte. Die Nobelpreise werden traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred, in Stockholm überreicht.

Am Montag hatte das Karolinska-Institut in Stockholm den diesjährigen Medizin-Nobelpreis an den deutschen Krebsforscher Harald zur Hausen sowie die beiden französischen Entdecker des Aidsvirus, Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi, vergeben.

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