Forscher ausgezeichnet
Schwedens König überreicht Nobelpreise

Der 10. Dezember ist der Todestag von Alfred Nobel - und traditionell der Tag, an dem die Nobelpreise überreicht werden. Auch in diesem Jahr hat Schwedens König wieder ein Dutzend Preisträger mit der begehrten Auszeichnung geehrt - darunter so viele Frauen wie nie zuvor in einem Jahr.
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HB STOCKHOLM. Fünf Frauen mit Nobelpreisehren in einem Jahr: Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat am Mittwoch in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise überreicht und dabei eine Rekordanzahl von Preisträgerinnen ausgezeichnet. Neben der deutsch-rumänischen Schriftstellerin Herta Müller (56) mit der Literaturauszeichnung gab es bei den wissenschaftlichen Preisen weitere vier Frauen und damit einen Rekord seit der ersten Verleihung 1901. Allerdings stellten die traditionsgemäß befrackt im Konzerthaus auftretenden sieben Männer doch noch die Mehrheit.

Der 100. Nobelpreis für Medizin ging an zwei US-Forscherinnen und einen Landsmann, die das Altern der Zellen erklärt haben. Elizabeth Blackburn (61), ihre ehemalige Mitarbeiterin Carol Greider (48) sowie Jack Szostak (57) teilten sich die Dotierung von umgerechnet 950 000 Euro (10 Mio. Schwedischen Kronen). Ihre Resultate finden sich in jedem einschlägigen Lehrbuch - und könnten eines Tages zu neuen Medikamenten führen, etwa gegen Krebs oder Erbkrankheiten.

Den Nobelpreis für Physik teilte sich der gebürtige Chinese Charles Kao (USA/Großbritannien, 76) nach seiner grundlegenden Arbeit für rasend schnelle Datenleitung über Glasfasern mit zwei Kollegen. Willard Boyle (USA/Kanada, 85) und George Smith (USA, 79) haben lichtempfindliche Chips für Digitalkameras oder Scanner entwickelt. Kao hat öffentlich mitgeteilt, dass er an Alzheimer erkrankt ist. Er will einen Teil seines Preisgeldes zur Betreuung von anderen Menschen mit dieser Alterskrankheit in Hongkong sowie zu Forschungszwecken stiften.

Den Nobelpreis für Chemie nahmen die drei Zellforscher Venkatraman Ramakrishnan (Großbritannien, geboren in Indien), Thomas Steitz (USA, 69) und Ada Jonath (Israel, 70). Sie haben die Eiweißfabriken der Zelle analysiert, die Ribosomen. Den seit 1969 vergebenen Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaft konnte mit der US- Wissenschaftlerin Elinor Ostrom (76) zum ersten Mal überhaupt eine Frau in Empfang nehmen. Sie teilte sich die Auszeichnung mit ihrem Landsmann Oliver Williamson (77).

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