Forschung + Innovation
Forscher entdeckt Ursache für eigene Erblindung

Ein spanischer Forscher, der auf ungeklärte Weise erblindet war, hat selbst die Ursache für sein Augenleiden entdeckt. Weltweit hätten bis zu zwei Millionen Menschen dieselbe Krankheit, berichtete die spanische Zeitung „El País“. Sie könnten nun nach dieser Entdeckung wirksamer behandelt werden.

dpa MADRID. Luis Carrasco, Professor für Mikrobiologie an der Universität in Madrid, begann vor neun Jahren, sein Augenlicht zu verlieren. Die Ärzte konnten jedoch keine Diagnose stellen. Erst ein britischer Spezialist fand heraus, dass Carrasco an der Netzhauterkrankung Azoor leidet. Die Ursache für die Krankheit war bislang aber unklar.

Carrasco selbst hat nun erforscht, dass das Leiden vom Hefepilz Candida famata verursacht wurde. Diese Entdeckung ermöglichte der Zeitung zufolge die Behandlung der Krankheit. Sie verhinderte unter anderem, dass die Infektion sich auf das Gehirn und das Nervensystem ausbreitete. Carrasco glaubt sogar, eines Tages zumindest einen Teil des Augenlichts zurückgewinnen zu können.

„Ich kann die Entwicklung der Krankheit Tag für Tag und Stunde für Stunde verfolgen“, sagt Carrasco, der seine Forschungsergebnisse im „Journal of Clinical Microbiology“ veröffentlichte. Dies sei einer der wenigen Vorteile, wenn ein Forscher selbst an der Krankheit leide, die er untersuche.

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