Forschung + Innovation
Forscher kritisieren politische Unterstützung der Homöopathie

Einige Wissenschaftler beobachten die wachsende gesellschaftliche und politische Anerkennung der Homöopathie mit Unbehagen.

dpa ROßDORF. Einige Wissenschaftler beobachten die wachsende gesellschaftliche und politische Anerkennung der Homöopathie mit Unbehagen.

Bis heute gebe es keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit dieser selbst ernannten Heilkunst, sagte Amardeo Sarma, Geschäftsführer der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (Gwup), am Montag im südhessischen Roßdorf. Anlass ist der Homöopathische Weltkongress vom 4. bis 7. Mai in Berlin, für den Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Gwup wird zeitgleich auf ihrem Kongress in Regensburg das Thema kritisch behandeln.

Die Grundlagen der Homöopathie stehen für die Gwup im Widerspruch zur modernen Wissenschaft. So seien Krankheiten für den Erfinder Samuel Hahnemann, der vor 250 Jahren geboren wurde, „geistartige Verstimmungen“ gewesen. Die Lehre nach der ein Ausgangsstoff durch extreme Verdünnung seine Heilkraft entfaltet, widerspreche zudem der gängigen Chemie und Physik, erklärte der Berliner Professor Martin Lambeck vom Gwup-Wissenschaftsrat. Die „Heilerfolge“ der Homöopathie „entsprechen unter kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen nur dem wohlbekannten Placebo-Effekt“, sagte Sarma.

Sarma kritisierte die Zustimmung der Politik zur Homöopathie, insbesondere ein Grußwort der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu dem Homöopathie-Kongress. Die Gwup forderte die Politik auf, bei der Beurteilung der Homöopathie auf wissenschaftlichen Standards zu bestehen. Sonderregelungen, die eine Wirksamkeitsprüfung von Heilmethoden umgehen, müssten abgeschafft werden. Die Politiker sollten ein Zeichen für Wissenschaftlichkeit in der Medizin setzen, sagte Sarma. „Ziehen Sie deshalb ihre Grußworte und Schirmherrschaften zurück“, forderte er.

Befürworter der Homöopathie verweisen auf deren Erfolge insbesondere bei chronischen Kranheiten und auf die über 200 Jahre lange Geschichte, in der sich die Methode auf alle Kontinente verbreitet hat.

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