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Forscher: Menschen-Unterscheidung nach Rasse unbrauchbar

Die Unterscheidung von Menschen nach Rasse und ethnischer Zugehörigkeit ist nach Meinung von Genomforschern nicht nur politisch riskant, sondern auch genetisch „zu sehr vergröbert“ und damit unbrauchbar.

dpa NEW YORK. Die Unterscheidung von Menschen nach Rasse und ethnischer Zugehörigkeit ist nach Meinung von Genomforschern nicht nur politisch riskant, sondern auch genetisch „zu sehr vergröbert“ und damit unbrauchbar.

„Wir sind genetisch weitaus nuancierter und differenzierter als an unserer Hautfarbe abzulesen“, heißt es in einer Sonderausgabe des Wissenschaftsjournals „Nature Genetics“ (Bd. 36, S. 51) vom Mittwoch. Nur ein winziger Bruchteil der rund 20 000 bis 25 000 Gene im Erbgut des Menschen beeinflusse etwa die Hautpigmente.

Selbst bei der Ermittlung von Krankheitsursachen mache die ethnische Zuordnung wenig Sinn, betont der Leiter des amerikanischen Genomforschungsinstitutes bei den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland), Francis Collins. Unter seiner Führung hatte ein internationales Team von Genomforschern, darunter auch in Deutschland, das menschliche Erbgut entziffert. „Die Forschung muss sich endlich über diese schwache und ungenaue Verknüpfung (von Rasse und Krankheit) hinwegsetzen“, fordert Collins in einem Kommentar in der Fachzeitschrift.

„In vielen Fällen haben Unterschiede in der Gesundheit wenig mit der Genetik zu tun, sondern vielmehr mit der Kultur, Ernährung, den sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, Zugang zu ärztlicher Fürsorge, Bildung und Umwelt, dem gesellschaftlichen Stand und eventueller Diskriminierung sowie Stress und anderen Faktoren“, stellt Collins klar. Es gebe nur wenige Leiden, die sich auf eine ethnische Gruppe konzentrierten wie die Tay-Sachs-Krankheit auf aschkenasische Juden sowie auch die Sichelzellen-Anämie auf Schwarzafrikaner.

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