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Forscher: Multiple Sklerose in zehn Jahren überwiegend im Griff

Wiesbaden (dpa)- Im Kampf gegen die bisher unheilbare Entzündungskrankheit MS (Multiple Sklerose) sehen Forscher gute Aussichten. „Bei früh diagnostizierten Fälle können wir den Verlauf in vielen Fällen verlangsamen oder stoppen“, sagte der Leiter des Göttinger MS-Forschungszentrums, Prof.

Wiesbaden (dpa)- Im Kampf gegen die bisher unheilbare Entzündungskrankheit MS (Multiple Sklerose) sehen Forscher gute Aussichten. „Bei früh diagnostizierten Fälle können wir den Verlauf in vielen Fällen verlangsamen oder stoppen“, sagte der Leiter des Göttinger MS-Forschungszentrums, Prof. Ralf Gold, am Donnerstag in Wiesbaden der dpa. „Die schubweise verlaufenden Krankheiten, etwa 90 Prozent der MS-Fälle, haben wir in zehn Jahren unter Kontrolle.“

Golds interdisziplinäres MS-Forschungszentrum, in dem Universitäts- und Max-Planck-Institute mit Unterstützung der Hertie- Stiftung zusammenarbeiten, gilt als einer der bundesweit bedeutenden Forschungsschwerpunkte zu der Krankheit. An MS leiden in Deutschland etwa 120 000 Menschen.

Grund zur Hoffnung bieten laut Gold Behandlungsversuche von MS-Patienten mit der als Dopingmittel bekannt gewordenen Substanz Epo. Bei MS wird durch eine Fehlsteuerung der Immunabwehr während eines chronischen Entzündungsprozesses das Mark von Nervenfasern zerstört. Das führt zu Fehlleitungen von Nervenimpulsen und zur Zerstörung der Hirn- und Rückenmarkzellen selbst. Epo verhindere den Zelltod, berichtete Gold. Offenbar würden auch bereits geschädigte Hirnzellen wieder aktiviert. Aussichtsreich wäre nach Darstellung des Wissenschaftlers auch eine Regulierung der fehlgesteuerten körpereigenen Abwehrzellen mit den bekannten Cholesterinsenkern (Statinen).

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