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Forscher spüren Genveränderungen bei chronischer Müdigkeit auf

Von wegen alles nur müde Einbildung: Britische Forscher haben erstmals biologische Veränderungen beim chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) entdeckt. Jonathan Kerr und sein Team von der St.

dpa LONDON. Von wegen alles nur müde Einbildung: Britische Forscher haben erstmals biologische Veränderungen beim chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) entdeckt. Jonathan Kerr und sein Team von der St. George's University of London haben dazu die Genaktivität in weißen Blutkörperchen von CFS-Kranken und Gesunden verglichen.

Es zeigten sich Unterschiede bei 35 der 9 522 untersuchten Gene, berichten die Forscher im britischen Fachmagazin „New Scientist“ (Nr. 2 509, S. 9). Die Studie wird im August im „Journal of Clinical Pathology“ veröffentlicht.

Einige der bei CFS-Kranken identifizierten Gene spielen demnach eine tragende Rolle in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen. „Das scheint sehr gut zu der Tatsache zu passen, dass diesen Patienten Energie fehlt und sie unter ständiger Müdigkeit leiden“, sagte Kerr. CFS-Kranke haben ähnliche Symptome wie bei einem Kater - allerdings über Jahre hinweg: extreme Schlappheit, Konzentrationsschwächen, Schlafprobleme und Kopfschmerzen.

Einige Ärzte sind bislang der Meinung gewesen, CFS sei eine „eingebildete“ Krankheit. Dies sieht Russell Lane, Neurologe am Charing Cross Hospital in London, nun widerlegt: „Diese aufregende neue Arbeit zeigt, dass einige Aspekte der komplexen Krankheit in molekularen Vorgängen auszudrücken sind und dass CFS keine eingebildete Krankheit ist.“

Kerr hofft, dass die Arbeit zu einem Bluttest für CFS oder sogar zu Therapieansätzen der bislang unheilbaren Krankheit führt. Die erste Studie mit insgesamt 50 Probanden wiederholt er derzeit im großen Rahmen mit 1 000 Teilnehmern und untersucht dabei sogar 47 000 Genprodukte. Bislang bestätige diese große Studie die Ergebnisse der ersten, sagte Kerr dem „New Scientist“.

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