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Forscher: Tsunami-Wucht liegt nicht nur in den Wassermengen

Die Wucht der Tsunamis geht nicht allein vom Wasser aus. Die Gewalt, mit der die Wellen über Strände und Küsten hereinbrechen, werde entscheidend von mitgerissenen Ablagerungen beeinflusst, sagte Professor Heinrich Bahlburg vom Geologisch- Paläontologischen Institut der Universität Münster.

dpa MüNSTER. Die Wucht der Tsunamis geht nicht allein vom Wasser aus. Die Gewalt, mit der die Wellen über Strände und Küsten hereinbrechen, werde entscheidend von mitgerissenen Ablagerungen beeinflusst, sagte Professor Heinrich Bahlburg vom Geologisch- Paläontologischen Institut der Universität Münster.

Knapp drei Monate nach der Flut in Asien hat Bahlburg mit dem Geologen Robert Weiß in Indien und Kenia nach Ursachen für die Kraft der Riesenwellen geforscht. Bislang arbeiteten Erklärungsmodelle nur mit reinem Wasser, sagte Bahlburg.

In Pondicherry, südlich des indischen Madras, und in der Nähe des kenianischen Malindi untersuchten die Forscher mit Strandproben, welche Sedimente wie weit vom Wasser mitgerissen wurden. „Bei Pondicherry stieg das Meer um rund dreieinhalb Meter“, sagte Bahlburg. Bis zu 30 Prozent der Flut bestehe aus Feststoffen. Die Gefahr, die von einem Tsunami ausgehe, lasse sich nur abschätzen, wenn auch Menge und Art der transportierten Sedimente berücksichtigt würden.

„Man wird nie einen Tsunami verhindern können, aber wir können dazu beitragen, hinsichtlich des Küstenschutzes realistischere Voraussagen zu treffen und damit besser warnen zu können“, sagte der Geologe.

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