Forschung + Innovation
Forscher und Firmen wollen europäische Mondstation

Die führenden deutschen Raumfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen haben den Bau einer europäischen Forschungsstation auf dem Mond gefordert, damit Europa im Weltall den Wettbewerb mit anderen Nationen nicht verliert.

dpa BREMEN. Die führenden deutschen Raumfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen haben den Bau einer europäischen Forschungsstation auf dem Mond gefordert, damit Europa im Weltall den Wettbewerb mit anderen Nationen nicht verliert.

Etwa 2015 solle auf der Rückseite des Erdtrabanten ein großes Langwellen-Radioteleskop zur Erforschung von bislang völlig unbekannten Seiten des Universums errichtet werden. Dies könnte der erste Schritt hin zu einer bemannten europäischen Mission auf den Mond und zum Bau einer bewohnten Station sein, hieß es am Donnerstag in Bremen bei einem Symposium der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (Dglr).

Die Unternehmen EADS Space Transportation und OHB-System AG sowie der Astronaut Ernst Messerschmidt riefen die Bundesregierung zur Unterstützung auf und verlangten mehr Mittel für die Raumfahrt. Im Etat des Bundesforschungsministeriums sei der Anteil der Ausgaben für Raumfahrt von 20 auf elf Prozent zurück gegangen, sagte Messerschmidt. „Wir müssen diesen Prozess stoppen.“ Staaten wie Japan erhöhten massiv ihre Raumfahrtetats, berichtete OHB-Geschäftsführer Manfred Fuchs.

Der Präsident von EADS Space Transportation, Evert Dudok, betonte, der Bau des Teleskops brächte einen „Quantensprung für die Radioastronomie“. Nach einer ersten Schätzung koste das Projekt etwa eine Milliarde Euro. Es müsste von der Europäischen Weltraumagentur Esa finanziert werden. Beginnen könne es als deutsch-holländisches Projekt. Prof. Heino Falcke vom holländischen Institut Astron erläuterte, mit Hilfe eines solchen Teleskops ließe sich „ein neues Fenster in der Astronomie aufmachen“.

Alle Technologien für das Teleskop und seine Errichtung seien bereits vorhanden, betonten Dudok und Falcke. So könnten die Einzelteile mit einer Ariane-5-Rakete auf den Mond gebracht werden. Europa könnte damit einen eigenständigen Beitrag zur Erforschung des Weltalls leisten.

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