Forscher zeigen neue Hybridfahrzeuge auf der IAA
Fahrzeugbauer entwickeln Ideen für ein abgasfreies Stadtauto

Deutsche Forscher zeigen auf der IAA neue Konzepte für ein abgasfreies Stadtauto. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge mit Elektromotor, die ihre Energie bei längeren Fahrten von einem Benzinmotor erhalten.

DÜSSELDORF. Europäische Autohersteller halten sich beim Bau von Hybridfahrzeugen – von Autos, die gleichzeitig einen Elektro- und Benzinmotor an Bord haben – bislang zurück. Sie setzen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe auf die Brennstoffzelle. Doch bis diese den Benzin- oder Dieselmotor ersetzen kann, wird es noch dauern. Experten rechnen damit, dass die Technik frühestens in zehn Jahren serienreif sein wird. „Ein Zweitaktmotor könnte in der Zwischenzeit die Rolle der Brennstoffzelle übernehmen und den Elektromotor mit Energie versorgen“, schlägt Cornel Stan, Professor an der Fachhochschule Zwickau vor.

Der Verbrennungsmotor könne mit einer Benzin-Direkteinspritzung sehr effizient und Abgasarm betrieben werden, so der Leiter des Zwickauer Forschungsteams. Die Idee habe sich bereits in einem Pilotprojekt mit dem französischen Hersteller PSA bewährt, der Peugeot- und Citroën-Fahrzeuge herstellt. Die Forscher wollen das Testfahrzeug auf der Automobilmesse IAA im September vorstellen.

Der „Brennstoffzellen-Ersatz“ – ein einfacher 2-Zylinder-Boxermotor – wiegt nur 8 kg und passt samt 15-Liter-Benzintank unter den Rücksitz eines Kleinwagens. Der Motor springt automatisch an, wenn die Spannung der Batterie unter den Sollwert gerät oder wenn der Elektromotor sehr stark belastet wird – beispielsweise bei einer langen Steigung. Der 900 kg schwere Prototyp hat im Stadtbetrieb 2,4 Liter Benzin auf 100 km verbraucht. „Der CO2-Ausstoß betrug gerade mal ein Drittel eines ähnlichen Fahrzeuges mit Benzinmotor“, berichtet Stan.

Auch die Reichweite ist ordentlich: Mehr als 400 km reicht die Energie bis zum nächsten Stopp für Strom und Benzin. Das Elektroauto erreiche eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km pro Stunde und sei damit ein gutes Stadtauto, sagt der Zwickauer Autoentwickler.

Eine ähnliche Idee für ein Hybridauto präsentieren Fahrzeugtechniker der Fachhochschule Trier auf der Frankfurter Automesse. Sie haben jedoch nicht den Verbrennungsmotor in das Fahrzeug integriert, sondern bringen ihn in einem Anhänger unter. „Der Vorteil besteht darin, dass unser Stadtauto weniger wiegt als ein herkömmliches Hybridfahrzeug und dadurch weniger Energie verbraucht“, erläutert Sebastian Buss, der sich um die technische Umsetzung und Vermarktung des Konzepts kümmert. Unterstützt werden die Trierer Fahrzeugtechniker von dem Schweizer Batteriehersteller MES-DEA. Die Firma hat einen Smart umgebaut und mit einem Elektromotor und einer Spezialbatterie ausgestattet. „Mit diesem reinen Elektroauto kann man im Stadtverkehr rund 100 Kilometer zurücklegen“, sagt Buss. Wer mit dem Auto über Land fahren will, müsse nur den Anhänger ankoppeln und schon sei er von der Reichweite her unabhängig.

Der Anhänger im Smartdesign, der von dem Schweizer Anhängerbauer Clevertrailer zur Verfügung gestellt wird, führt einen kleinen Verbrennungsmotor mit, der an einen Stromgenerator gekoppelt ist. Das Aggregat liefert Strom an den Antrieb und zur Aufladung der Batterie. Das Marketingkonzept von Sebastian Buss sieht vor, dass der Anhänger vom Smart-Besitzer geleast oder gekauft wird. „Es wäre auch denkbar, dass er bei Autovermietern oder bei Servicestationen ausgeliehen werden kann“, so Buss. Andererseits bietet der Anhänger zusätzlichen Laderaum, was beim Smart durchaus nützlich sein kann.

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