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Forscherin fängt „ausgestorbene“ bayerische Maus in Tirol

Und sie lebt doch! Die Bayerische Kurzohrmaus, die lange als ausgestorben galt, ist im Tiroler Rofan- Gebirge einer Wiener Biologin in die Falle gegangen. „Microtus bavaricus“, wie der kleine Nager auf lateinisch heißt, wurde anschließend wieder freigelassen.

dpa WIEN/HAMBURG. Und sie lebt doch! Die Bayerische Kurzohrmaus, die lange als ausgestorben galt, ist im Tiroler Rofan- Gebirge einer Wiener Biologin in die Falle gegangen. „Microtus bavaricus“, wie der kleine Nager auf lateinisch heißt, wurde anschließend wieder freigelassen.

Die Tierart habe sich in dem Gebiet seit der jüngsten Eiszeit offensichtlich gegen „modernere“ Wühlmäuse behaupten können, sagte Friederike Spitzenberger vom Naturhistorischen Museum Wien dem Hamburger „Greenpeace Magazin Spezial“.

Das Vorkommen dieser „bayerischen“ Spezies ausgerechnet im Nachbarland Österreich stellt jetzt allerdings deren offiziellen Namen in Frage. Der deutsche Zoologe Klaus König hatte erstmals 1962 an einem Hang bei Garmisch 23 Exemplare der Wühlmaus gefangen, die - wie er glaubte - ausschließlich in diesem Gebiet vorkam. Doch schon kurz nach ihrer Entdeckung wurde das Bayerische Kurzohrmäuschen auch schon wieder als ausgestorben gemeldet. Trotz intensiver Suche wurde in dem Gebiet bis heute kein weiteres Exemplar mehr gefunden.

Nach Angaben von Friederike Spitzenberger waren in den 70er Jahren dann im Tiroler Rofan-Gebirge einige Mäuse gefangen und ins Museum gebracht worden. Es sei aber nicht klar gewesen, dass es sich um die Bayerische Kurzohrmaus handelte. Dies wurde erst 2001 durch Gentests nachgewiesen. Da aber wieder Zweifel bestanden, ob die kleine Wühlmaus nicht inzwischen tatsächlich ausgestorben sei, gingen die Forscher dieses Jahr in das Gebiet und fingen tatsächlich ein paar Exemplare lebend.

„Möglicherweise existieren nur wenige hundert Tiere“, sagte Spitzenberger dem Greenpeace-Magazin. Ob und wie lange die putzigen Nager noch überleben werden, hänge letztlich vom Menschen ab. „In dem wenige Hektar großen Gebiet fließen wilde Bäche, und der Wald wird naturnah bewirtschaftet“, sagt die Säugetier-Expertin. Eine Intensivierung der Forstwirtschaft könne das Ende der Wühlmäuse bedeuten.

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