Forschung
CDU-Politikerin will Forschung mit Embryo-Stammzellen ausweiten

Die stellvertretende Unionsfraktions-Vorsitzende Katherina Reiche hat weitgehende Lockerungen für die Forschung mit embryonalen Stammzellen gefordert.

dpa BERLIN. Die stellvertretende Unionsfraktions-Vorsitzende Katherina Reiche hat weitgehende Lockerungen für die Forschung mit embryonalen Stammzellen gefordert. „Der Stichtag, der die Forscher auf alte, weitgehend unzulängliche Zelllinien festlegt, muss ersatzlos aufgehoben werden“, schrieb sie in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“.

Nach dem Gesetz von 2002 dürfen in Deutschland nur embryonale Stammzellenlinien zu Forschungszwecken eingesetzt werden, die aus dem Ausland kommen und vor 2002 gewonnen wurden.

Die Union hat zur Änderung der Stichtagsregelung keine einheitliche Position. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) plädiert für „eine Verschiebung des Stichtags, solange er in der Vergangenheit liegt und keinen Anreiz für den Verbrauch von Embryonen schafft“. Die Vereinigung Christdemokraten für das Leben (CDL) kritisiert sie dafür heftig: Schavan stelle Forschungsinteressen über den Embryonenschutz.

Reiche schrieb: „Wir brauchen den Anschluss an die hoffnungsvollen Forschungsergebnisse in den USA oder Israel. Unsere Wissenschaftler benötigen den freien Zugang zu den embryonalen Stammzelllinien“.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, hielt dem entgegen: „Embryonale Stammzellen werden durch das Töten von Embryonen, also das Vernichten menschlichen Lebens gewonnen.“ Mit Reiches Vorstoß „kommt beim Schutz des menschlichen Lebens alles ins Rutschen“.

Mediziner erhoffen sich von der Arbeit mit embryonalen und erwachsenen (adulten) Stammzellen, irgendwann einmal Krankheiten wie Diabetes, Arthrose oder Demenz heilen zu können.

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