Forschung
EU schlägt milliardenschwere Forschungsprogramme vor

Die EU-Kommission will zusammen mit Firmen die Forschung für „unsichtbare“ Computer-Chips und neue Arzneimittel voranbringen. Dazu werden von 2008 an zwei milliardenschwere Programme aufgelegt.

dpa BRüSSEL. Die EU-Kommission will zusammen mit Firmen die Forschung für „unsichtbare“ Computer-Chips und neue Arzneimittel voranbringen. Dazu werden von 2008 an zwei milliardenschwere Programme aufgelegt.

Das teilten Medien-Kommissarin Viviane Reding und Forschungs-Kommissar Janez Potocnik am Dienstag in Brüssel mit. In das „Artemis“ genannte Computer-Forschungsprogramm sollen in den kommenden sieben Jahren 410 Mill. Euro der Kommission und 800 Mill. Euro aus den Mitgliedsländern fließen. Für das Pharma-Programm „IMI“ soll eine Milliarde Euro von der EU kommen. Jeweils die etwa gleichen Beträge werden aus der Wirtschaft erwartet.

„Wenn wir Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sichern wollen, müssen wir Europa in bestimmten vielversprechenden Branchen mit einem neuen Forschungskonzept ausstatten“, sagte Potocnik. Bei dem Computer-Forschungsprogramm gehe es darum, Europas Spitzenposition in dem Zukunftsmarkt Mini-Chips zu halten. Mit den „unsichtbaren“ Chips würden heute Maschinen aller Art betrieben wie Autos, Flugzeuge, Waschmaschinen oder Fernseher, sagte Reding. Bis 2010 werde es Prognosen zufolge mehr als 16 Mrd. Geräte mit so genannten eingebetteten Systemen geben, bis 2020 etwa 40 Mrd..

EU-Kommissarin Reding betonte, dass das Programm von großen Unternehmen wie Nokia, Daimler oder Philips angeregt worden sei. Deshalb sei nicht zu befürchten, dass die Industrie es nicht annehme.

Beim Programm „Innovative Arzneimittel“ geht es den Angaben zufolge darum, schneller bessere und sicherere Medikamente auf den Markt zu bringen. Die europäische Pharma-Forschung dürfe nicht den Anschluss etwa gegenüber Amerika und Japan verlieren. Die eine Milliarde Euro der EU soll dabei an kleinere und mittlere Unternehmen sowie Hochschulen gehen. Großunternehmen würden durch das EU-Programm dazu angehalten, mehr mit Universitäten und kleineren Betrieben zusammenzuarbeiten. Die Kommissionsvorschläge müssen noch von den Mitgliedsländern beschlossen werden.

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