Forschung
Forscher wollen Mäuse aneinandernähen: Proteste

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat das Vorhaben von Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verurteilt, zwei Mäuse aneinander zu nähen.

dpa HANNOVER/MüNCHEN. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat das Vorhaben von Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verurteilt, zwei Mäuse aneinander zu nähen.

Derartige Tierversuche seien grausam und unethisch und zudem in Deutschland seit 20 Jahren nicht mehr genehmigt worden, teilte der Verein mit Sitz in München am Montag mit.

MHH-Sprecher Stefan Zorn bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag das Vorhaben. Ein Forscherteam habe bereits einen Antrag für die sogenannte „Parabiose“ beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium gestellt. Bei dem Versuch wolle das Team im Körper der Mäuse bestimmte Stammzellen suchen, mit denen körperliche Defekte geheilt oder sogar ganze Organe gezüchtet werden könnten. Dafür müsse der Blutkreislauf einer gesunden Maus mit dem einer erkrankten Maus verbunden werden. Um zu garantieren, dass diese Kopplung während des Versuchs nicht getrennt wird, müsse das Fell der Mäuse an der Seite zusammengenäht werden.

„Für diesen Forschungsbereich gibt es keine Alternativen“, sagte Zorn. Bevor der Versuch genehmigt werde, müsse allerdings zunächst die Belastung der Tiere getestet werden. Im Ausland sei die Parabiose schon seit einigen Jahren wieder gängige Praxis. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft habe das Projekt bereits begutachtet.

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