Forschung
Max-Planck-Gesellschaft hofft auf Änderungen beim Stammzellgesetz

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) erhofft sich von der neuen Bundesregierung mehr Freiheiten bei der Stammzellforschung. Die Rechtsunsicherheit und die Stichtagsregelung bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen drohe deutsche Forscher in die nationale Isolation geraten zu lassen.

dpa BERLIN. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) erhofft sich von der neuen Bundesregierung mehr Freiheiten bei der Stammzellforschung. Die Rechtsunsicherheit und die Stichtagsregelung bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen drohe deutsche Forscher in die nationale Isolation geraten zu lassen.

Das sagte MPG-Präsident Peter Gruss am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz der Organisation in Berlin. „Das hält die Wissenschaftler auch davon ab, auf diesem Gebiet Nachwuchs auszubilden.“ Deutsche Forscher dürfen embryonale Stammzellen nur unter strengen Auflagen mit Ausnahmegenehmigung importieren. Ohne Ausnahme verboten ist die Einfuhr von Stammzellen aus Zelllinien, die nach dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden.

Mit der Finanzierung und den Strukturen der deutschen Forschungslandschaft zeigte sich Gruss dagegen zufrieden. Das Bekenntnis der Regierung zu Bildung, Forschung und Entwicklung dürfe aber kein Lippenbekenntnis bleiben, forderte er. „Das muss sich in Euro und Cent ausdrücken.“ Die MPG ist mit ihren 78 Instituten die größte deutsche Organisation für Grundlagenforschung. Die Gesellschaft verfügt sie über einen Jahresetat von rund 1,3 Mrd. Euro. Das entspreche dem Haushalt zweier großer deutscher Universitäten, teilte die MGP mit.

Rund 30 Mill. Euro will die Gesellschaft künftig für eine engere Kooperation mit den Hochschulen einsetzen. Dazu sollen 2006 sechs weitere so genannte Max Planck Research Schools an den Start gehen. Sie bieten besonders begabten deutschen und ausländischen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, sich auf ihre Promotion vorzubereiten. Bisher gibt es 37 dieser Zentren mit rund 1 500 Doktoranden. zehn erfolgreichen Hochschullehrern bietet die MGP darüber hinaus von 2006 an eine fünfjährige Unterstützung an. Als „Fellows“ können sie eigene Arbeitsgruppen an Max-Planck-Instituten leiten.

Als Sinnbild und Vorbild für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung sieht Gruss den diesjährigen Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch. Er ist Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik und Laserspektroskopie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und ist Direktor am Max- Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Diese Doppelberufung habe Hänsch aus den USA zurück nach Deutschland gelockt, sagte Gruss.

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