Forschung mit embryonalen Zellen vorerst unverzichtbar
Stammzellforschung steht erst am Anfang

Das Stammzellgesetz hat zu einem Ausbau der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen in Deutschland geführt. Seit dem Inkrafttreten am 1. Juli 2002 genehmigte das Robert Koch-Institut fünf Anträge auf Einfuhr aus Embryonen gewonnenen Zellen.

HB BERLIN. Dies zeige, dass die Möglichkeiten des Gesetzes wahrgenommen würden, heißt es im ersten Erfahrungsbericht der Bundesregierung, der dem Handelsblatt vorliegt. Er soll heute im Kabinett verabschiedet werden.

Das Stammzellgesetz erlaubt nur die Einfuhr von vor dem 1. Januar 2002 gewonnenen Stammzellenlinien unter engen Voraussetzungen. Das Gesetz wurde geschaffen, um das prinzipielle Tötungsverbot für menschliche Embryonen nach dem Embryonenschutzgesetz mit dem Interesse an der Erforschung dieser in alle Zelltypen des Körpers umwandelbaren Zellen für die Medizin in Einklang zu bringen. Dieses Ziel sei erreicht worden. Zudem zeige sich, dass das Gesetz für die derzeitige Grundlagenforschung „ausreichend geeignet sei“, heißt es in dem Bericht.

Die erste Genehmigung erhielt Oliver Brüstle, einer der Vorkämpfer der Stammzellenforschung in Deutschland, bereits Ende 2002. Der Bonner Forscher versucht, aus den importierten Zellen spezifische Nervenzellen zu entwickeln und testet deren Verhalten in lebendem Gehirngewebe am Tiermodell. Seine Forschungen könnten langfristig die Grundlage zur Heilung bisher nicht therapierbarer Nervenerkrankungen legen.

Um die Entwicklung von Nervengewebe, das verloren gegangenes oder degeneriertes körpereigenes Gewebe ersetzen könnte, geht es auch bei zwei weiteren Forschungsvorhaben der ProteosSys AG in Mainz und des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Bei den übrigen beiden Projekten, für die der Kölner Neurophysiologe Jürgen Hescheler und der Mediziner Wolfgang-Michael Franz von der Universitätsklinik München eine Einfuhrgenehmigung erhielten, wird der Einsatz embryonaler Stammzellen beim Herzinfarkt und bei degenerativen Herzerkrankungen untersucht.

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