Forschung
Risiko-Gen für Legasthenie identifiziert

Ein deutsch-schwedisches Forscherteam hat bei deutschen Kindern mit einer schweren Lese-Rechtschreibschwäche einen genetischen Beitrag aufgespürt.

HB BONN/MARBURG. Die Wissenschaftler identifizierten die Erbanlage DCDC2 als Risiko-Gen für Legasthenie, wie die Universitäten Bonn und Marburg am Donnerstag berichteten.

Dasselbe Legasthenie-Gen hatte kürzlich auch ein US-Forscherteam in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vorgestellt. Die Erbanlage liegt nach Angaben beider Forschergruppen in einer Region von Chromosom 6, die von Wissenschaftlern in Zusammenhang mit der Lese-Rechtschreibschwäche gebracht wurde.

Wie DCDC2 genau zur Störung beiträgt, ist noch nicht bekannt, wie die Forscher übereinstimmend berichten. Möglicherweise spiele die Erbanlage bei der Wanderung von Nervenzellen im sich entwickelnden Gehirn eine wichtige Rolle, meint das Team um den Marburger Privatdozent Gerd Schulte-Körne, das seine Ergebnisse in der Januar- Ausgabe des „American Journal of Human Genetics“ vorstellen wird.

Die Untersuchung der Gruppe um Jeffrey Gruen von der Yale-Universität in New Haven (US-Staat Connecticut) war am Freitag vergangener Woche online veröffentlicht worden. Lese-Rechtschreibschwäche betrifft in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen.

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