Forschung
Startschuss für weltweit einzigartigen Röntgenlaser in Hamburg

Eine weltweit einzigartiger, rund eine Milliarde Euro teurer Röntgenlaser wird in Hamburg entstehen. Mit der 3,4 Kilometer langen Anlage Xfel wollen Wissenschaftler unter anderem Moleküle für die Medizinische Forschung entschlüsseln.

dpa HAMBURG. Eine weltweit einzigartiger, rund eine Milliarde Euro teurer Röntgenlaser wird in Hamburg entstehen. Mit der 3,4 Kilometer langen Anlage Xfel wollen Wissenschaftler unter anderem Moleküle für die Medizinische Forschung entschlüsseln.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) gab am Dienstag in Hamburg gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Frankreich und Russland den offiziellen Startschuss für das internationale Projekt. „Das ist ein Meilenstein für Europas Wissenschaftler“, sagte Schavan. Die erste Ausbaustufe des Xfel kostet rund 850 Mill. Euro, die Gesamtkosten betragen 1,08 Mrd..

Die Anlage ermöglicht unter anderem Aufnahmen von Molekülstrukturen und chemischen Reaktionen. Grob verglichen, funktioniert der Röntgenlaser wie eine Kamera. Belichtungs- und Aufnahmezeiten sind aber extrem kurz. Das ermöglicht die Analyse von chemischen Reaktionen und anderen Prozessen bis hinab zur Atomgröße. So ist zum Beispiel einer der Impulse kürzer als 100 Femtosekunden. Zum Vergleich: Bei vielen Sportveranstaltungen werden die Zeiten bis in den Millisekundenbereich gemessen, das sind 0,001 Sekunden oder eine Tausendstelsekunde. Bei einer Femtosekunde sind es 14 Nullen nach dem Komma bis zur Zeitangabe.

Mit dem Bau der Anlage beim Deutschen Elektronen-Synchrotron Desy soll in den nächsten Monaten begonnen werden. Im Jahr 2013 sollen die ersten sechs von insgesamt zehn möglichen Messplätzen in Betrieb gehen. Hinter dem Kürzel Xfel verbirgt sich die Bezeichnung „Freie Elektronen Röntgenlaser“ (X-ray free-electron laser). Mit Hilfe des Röntgenlasers lassen sich zum Beispiel neue Werkstoffe oder Medikamente entwickeln.

Deutschland übernimmt maximal 75 Prozent des Projektes, die zwölf internationalen Partner mindestens 25 Prozent. „Mit Xfel werden wir eine Forschungsanlage mit großartigen Möglichkeiten schaffen“, sagte der russische Minister Andrej Fursenko bei der offiziellen Zeremonie in Hamburg. „Das ist eine exzellente Erweiterung unserer Kooperationen“, sagte die französische Wissenschaftsministerin Valérie Pécresse.

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der Geschichte von Desy“, sagte der Vorsitzende des Desy-Direktoriums, Professor Albrecht Wagner. Das Xfel-Tunnelsystem erstreckt sich in sechs bis 38 Metern Tiefe vom Desy-Gelände in Hamburg-Bahrenfeld bis zu einem Experimentierzentrum im schleswig-holsteinischen Schenefeld.

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