Forschung und Entwicklung
Forscher optimieren den Klettverschluss

Forscher der Technischen Universität München haben metallische Klettverschlüsse aus Federstahl entwickelt. Sie sollen auch unter Extrembedingungen noch einen Zug bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter standhalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen aus Kunststoff könnten die Klettverschlüsse auch in Krankenhäusern oder im Automobilbau eingesetzt werden.
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DÜSSELDORF. Klettverschlüsse haben sich zwar auf breiter Front in Industrie und Haushalt durchgesetzt. Doch für viele Anwendungen sind die Verbindungen, die mit Materialien aus Kunststoff hergestellt werden, zu schwach. Forscher der Technischen Universität München wollten das ändern und haben metallische Klettverschlüsse aus Federstahl entwickelt, die auch bei 800 Grad Celsius noch einem Zug von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter standhalten.

Klettverbindungen aus Kunststoff sind nicht besonders beständig gegenüber Hitze und aggressiven Chemikalien. Daher sind sie beispielsweise im Automobilbau oft nicht geeignet. Vor allem dort, wo es sehr heiß werden kann. Schon ein in der prallen Sonne abgestelltes Fahrzeug erreicht Temperaturen von 80 Grad Celsius. In der Nähe des Abgaskrümmers entstehen sogar Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius.

Auch in anderen Bereichen, beispielsweise in Krankenhäusern können herkömmliche Klettverschlüsse nicht eingesetzt werden, weil die Kunststoffe von den aggressiven Desinfektionsmittel zerstört werden.

Daher wählten die Münchener Forscher als Werkstoff einen Federstahl, der hohe elastische Verformbarkeit mit hoher Festigkeit vereint. Am Computer entwarfen sie verschiedene dreidimensionale Modelle für das optimale Ineinandergreifen der Elemente. Vielversprechende Kandidaten bauten sie als Prototypen nach und unterzogen sie umfangreichen Tests. Allein von der Schnappverschluss-Geometrie wurden rund 40 Variationen am Computer getestet. Dabei studierten die Forscher die Bindungsstärke und das Verhalten bei extremen Temperaturen, um die Grenzen ihrer Belastbarkeit auszuloten.

Zwei der geprüften Modelle machten schließlich das Rennen: ein Schnappverschluss und ein Haken-Ösen-System. Beide bestehen aus einem 0,2 Millimeter dicken Hakenband und einem ebenso dicken Ösen- oder Lochband. Das Haken-Ösen-System ist dem etablierten Kunststoff-Klettband nachempfunden. Zahlreiche filigrane Stahlhaken können in jedem beliebigen Winkel in die Ösen eines Stanzflauschbandes greifen.

Kommentare zu " Forschung und Entwicklung: Forscher optimieren den Klettverschluss"

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  • Klettverschluss Systeme aus Kunststoff mit einer Haftkraft von 35t/m²(35Ncm²) sind von einem deutschen Hersteller bereits seit Jahren auf dem Markt.
    Es ist zu überdenken, ob ich ein Temperaturbereich von 800°C benötige.
    Klettband Technik

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