Forschungsschiffe: Tiefseeroboter statt Schiffsdackel

Forschungsschiffe
Tiefseeroboter statt Schiffsdackel

Vor 50 Jahren wurde mit der „Meteor“ das erste bundesdeutsche Forschungsschiff getauft. Seitdem hat sich an Bord viel verändert – doch ein paar Traditionen haben es auch ins Computerzeitalter geschafft.
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HamburgSie war das erste neu gebaute Forschungsschiff nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland: Vor 50 Jahren, am 8. Februar 1964, wurde die „Meteor“ in Bremerhaven getauft. „Mittlerweile haben wir sieben Schiffe für die Grundlagenforschung“, sagt Michael Schulz vom Bremer Meeresforschungszentrum Marum. Ende Mai stehe die nächste Taufe an: die der neuen „Sonne“, Nachfolgerin des gleichnamigen, mehr als 30 Jahre alten Schiffes.

„Die Schiffe haben alle einen ganz unterschiedlichen Charakter“, sagt Detlef Quadfasel vom Hamburger Institut für Meereskunde, der seit 1969 an Expeditionen auf Forschungsschiffen teilnimmt. „Die neueren sind eher funktionell und kantig gestaltet.“ Auf der 116 Meter langen neuen „Sonne“ werden bis zu 40 Wissenschaftler mitreisen. „Das wird das modernste Forschungsschiff der Welt sein.“

Die „Meteor“ von 1964 lief mit gut 80 Metern Länge vom Stapel, war mit 16 Labors und Messräumen ausgestattet – und einer Kammer mit bis zu 20 Tonnen Sprengstoff für seismische Messungen. „Das Schiff war ein Meilenstein für die deutsche Forschungsschifffahrt“, sagt Niels Jakobi von der Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe in Hamburg. Erstmals sei ein Schiff um den wissenschaftlichen Bereich herum aufgebaut worden.

Die „Meteor“ umfuhr in 21 Dienstjahren fast 30 Mal die Erde. Ihre Nachfolgerin gleichen Namens ist mit 27 Jahren selbst schon eine betagte Dame – Planungen für das nächste Schiff laufen bereits.

Rund zwölf Millionen Euro investieren die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesforschungsministerium jährlich in den Unterhalt allein der „Meteor“. Die Forschungsschiffe sind darauf ausgelegt, vielfältig und weltweit einsetzbar zu sein.

„Wir können Planktonblüten erforschen, den Meeresboden mit Fächerecholoten scannen, dutzende Meter lange Bohrkerne bergen, Klimaforschung betreiben“, so Quadfasel. Die meisten Forscher brächten noch eine Menge Geräte mit an Bord, immer öfter gehöre ein Tiefseeroboter dazu.

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Tiefseeroboter statt Schiffsdackel

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Mülltrennung auf hoher See

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