Fossilienfund in China
Älteste Schildkröten der Welt entdeckt

In China haben Wissenschaftler die Überreste von Schildkröten gefunden, die vor mehr als 220 Millionen Jahren auf der Erde lebten. Eine wissenschaftliche Sensation – denn die Funde verraten, wie die Tiere zu ihrem Panzer kamen.
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DÜSSELDORF. Forscher haben in China die älteste fossile Schildkröte der Welt entdeckt. Die Fossilien seien geschätzte 220 Millionen Jahre alt, berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Nature“

Ein Team von Paläontologen um Chun Li von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking hatte im Jahr 2007 gleich drei gut erhaltene Exemplare der Ur-Schildkröten in der chinesischen Provinz Guizhou gefunden. Die Fossilien liefern den Forschern wertvolle Einblicke in die Entwicklung des Schildkrötenpanzers. Denn die Urzeit-Schildkröten hatten nicht nur Zähne – die man bei heutigen Schildkröten nicht findet –, sondern außerdem einen unvollständigen Panzer, der nur ihre Unterseite schützte.

„Seit dem 19. Jahrhundert gab es viele Hypothesen zum Ursprung des Panzers“, sagt Xiao-chun Wu vom Kanadischen Naturmuseum in Ottawa, der an der Studie mitgearbeitet hat. Eine davon lautet: Der Panzer ist aus vergrößerten Rippen- und Wirbelsäulenknochen hervorgegangen. Anhänger einer anderen Theorie wiederum glauben, der Panzer sei aus knochigen Hautplatten entstanden.

„Jetzt haben wir diese Fossilien der ältesten bisher bekannten Schildkröte“, führt Wu weiter aus. „Und die unterstützen die Theorie, dass der Panzer sich aus einer Vergrößerung der Rippen und der Wirbelsäule gebildet hat und nicht aus knochigen Hautplatten.“ Tatsächlich weisen die Fossilien verbreiterte Rippenknochen und einen ersten Ansatz für einen Rückenpanzer auf, der aus der Wirbelsäule erwächst.

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