Fossilienfund
Meeressaurier schwammen durch den deutschen Norden

Dort, wo sich heute die grüne Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns erstreckt, lebten vor Millionen Jahren Plesiosaurier, große Meeresreptilien mit Flossen. Die Region war von einem flachen Meer bedeckt, vermuten Geologen.
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GreifswaldJahrzehntelang lagerten die Fossilien weitgehend unbeachtet in der geologischen Sammlung der Greifswalder Universität. Dann untersuchte sie ein Student und wies nach: Vor rund 185 Millionen Jahren lebten auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern Plesiosaurier.

Die Entdeckung gelang fast 40 Jahre nach dem Fund der Knochen. Plesiosaurier sind Meeresreptilien mit länglichem Körper und paddelförmigen Flossen.

Der Student Sebastian Stumpf hatte im vergangenen Jahr für seine Bachelor-Arbeit die Altfunde aus den 1960er Jahren ausgewertet, vier Halswirbelknochen konnte er eindeutig dem Plesiosaurier zuordnen. „Dabei handelt es sich um den nördlichsten Nachweis von Plesiosauriern in Deutschland“, sagt Stefan Meng, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Paläontologie.

Der Fund soll von diesem Samstag zusammen mit weiteren Saurierknochen in einer Sonderausstellung präsentiert werden. Die Fossilien stammen aus einer Tongrube bei Grimmen, in der dem Geologen Werner Ernst im Jahr 1963 ein aufregender Fund gelang: In einer Kalkknolle entdeckte er die Knochenreste eines jungen Dinosauriers.

Rund 50 Knochen vom Schädel bis zur Fußwurzel wurden geborgen. Später wurde der Saurier nach seinem Entdecker Emausaurus ernsti genannt.

Erst jetzt wurden andere Funde aus der Tongrube den bis zu 15 Meter langen Plesiosauriern zugeordnet. „Bei der Untersuchung stieß ich auf eine Eigenheit, die nur bei diesem Meeresreptil zu finden ist“, berichtet Stumpf.

Bei Emausaurus ernsti handelt es sich dagegen um ein Landtier. Die Geologen gehen deshalb davon aus, dass die Region von einem Flachwassermeer mit Inseln bedeckt war, auf denen auch zwei Meter große Landsaurier leben konnten.

„Eine weitere mögliche Theorie ist, dass der Emausaurus von einem Krokodil gefressen wurde und als Speiballen auf dem Meeresgrund landete“, erklärt Meng. Dies würde erklären, warum die Knochen in einer kleinen, nur 20 Zentimeter großen Kalkknolle gefunden wurden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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