Fotokioske bei den Fotohändlern bringen das digitale Bild aufs Papier
Großlabors drucken mehr digitale Bilder

Bislang bringt nur jeder zweite Digitalfotograf seine Bilder ins Labor. Doch das scheint sich zu ändern. Der Verband der Großlabors geht davon aus, dass künftig immer mehr Besitzer einer digitalen Kamera ihre Bilder von Automaten entwickeln lassen.

DÜSSELDORF. Die digitale Fotografie boomt. Digitalkameras sind der Renner – sie haben längst die analogen Geräte beim Verkauf überrundet. Bei der Entwicklung der Fotos allerdings haben die digitalen Bilder bislang kaum eine Rolle gespielt – die meisten Digitalfotografierer haben ihre Fotos am heimischen PC selbst ausgedruckt, nur wenige haben sie ins Fotolabor gebracht. Von rund 5 Mrd. Fotos, die 2002 Fotolabors in Deutschland entwickelt haben, wurden nur etwa 90 Mill. mit einer digitalen Kamera fotografiert, berichtet der Verband der Photogroßlaboratorien.

Das scheint sich nun zu ändern. Nach einer Einschätzung von Fuji Photo Film sollen in diesem Jahr erstmals rund 1 Mrd. digitale Bilder in den Labors entwickelt werden. Michael Grütering, Geschäftsführer des Photogroßlaborverbandes ist zwar nicht ganz so optimistisch – er geht von maximal 500 Mill. Bildern aus. Grütering bestätigt aber den Trend, dass immer mehr Nutzer digitaler Kameras zur traditionellen Filmentwicklung tendieren.

Bilder aus dem Drucker sind teurer

„Die Faszination, dass das geknipste Foto direkt durch den Ausdruck am Computer verfügbar ist, geht schnell verloren“, sagt Fotoexperte Anders Uschold, der in München ein Testlabor für digitale Fotografie betreibt. Spätestens nach dem Urlaub, wenn viele Bilder auf dem Chip gespeichert sind, sei vielen die Bearbeitung der Fotos am eigenen PC zu zeitaufwendig. Außerdem spreche das Kostenargument für das Entwickeln im Großlabor: „Ein Bild, das über einen Farbdrucker auf Fotopapier ausgegeben wird, ist rund dreimal so teuer“, sagt Uschold.

Die Anbieter von digitalen Laborgeräten wie Fuji Film, Agfa oder Noritsu haben so genannte Minilabs auf den Markt gebracht, mit denen digitale Bilder direkt beim Fotohändler ausgedruckt werden können. Darüber hinaus stehen in vielen Fotoläden kioskähnliche Systeme bereit, über die der Kunde Fotos, die auf der Chipkarte gespeichert sind, zur Archivierung auf eine CD brennen kann. Diese CD wird dann – wie bislang der Film auch – in eine Filmtasche gesteckt und an das Labor geschickt.

Auch Fotos vom Handy werden entwickelt

Damit künftig auch die digitalen Bilder aus den Fotohandys schneller aufs Papier kommen, wird Kodak auf der Funkausstellung IFA Ende des Monats in Berlin sogar eine Orderstation vorstellen, an die die Bilddaten per Infrarot oder per Funk über Bluetooth übertragen und ausgedruckt werden können. „Der Fotohandel gewinnt durch den Trend zur digitalen Fotografie seine Mittlerrolle zwischen Kunde und Großlabor zurück, die ihm die Annahmestellen in den Super- und Drogeriemärkten in den letzten Jahren streitig gemacht haben“, sagt Markus Schmidt, Experte für die digitale Entwicklungstechnik bei Agfa-Gevaert.

Es wird jedoch nicht lange dauern, dann werden die Fotokioske auch in Warenhäusern und Lebensmittelläden zu finden sein. Schon heute brennen viele Kunden ihre Fotos selbst auf CD und geben den Datenspeicher – wie früher den Film – im Drogeriemarkt ab. Über 80 % der digitalen Bilder werden jedoch über das Internet direkt an das Großlabor übertragen, wie eine Erhebung des Verbandes für Photogroßlaboratorien zeigt – allerdings werden die meisten Bilder dann über den Fotohandel ausgeliefert.

Bilder werden automatisch optimiert

Den Entwicklungsautomaten in den Großlabors ist es egal, ob die Fotos vom Film oder vom Sensor in der Kamera aufgenommen wurden. Denn auch die Bilder vom Film werden längst gescannt, bevor sie von den Automaten weiterverarbeitet und aufs Papier gebracht werden. Der Entwicklungsprozess ist gleich. Die Bilder werden Pixel für Pixel optimiert, so dass der Kunde hinterher keinen Unterschied mehr feststellen kann.

„Am besten ist es, wenn die digitalen Fotos unbearbeitet ins Labor geschickt werden“, rät Fotoexperte Uschold. Viele digitale Kameras speichern zusätzlich zu den Bilddaten Informationen in der Fotodatei, die es den Automaten ermöglichen, Farbe und Helligkeit noch besser auszugleichen. „Diese Informationen gehen bei einer Bearbeitung am PC verloren“, so Uschold.

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