Frankreich
Superlaser soll Blitze fangen und Umwelt überwachen

Mit einem neuartigen mobilen Superlaser wollen deutsche und französische Forscher künftig Umweltbelastungen aufspüren und Blitze unschädlich vom Himmel holen. Die Pariser konnten sich das „Teramobile“ bereits am Donnerstag vor der Deutschen Botschaft vorführen lassen.

dpa PARIS. Mit einem neuartigen mobilen Superlaser wollen deutsche und französische Forscher künftig Umweltbelastungen aufspüren und Blitze unschädlich vom Himmel holen. Die Pariser konnten sich das „Teramobile“ bereits am Donnerstag vor der Deutschen Botschaft vorführen lassen.

Der Laser liefert fünf Terawatt (Mrd. Kilowatt) starke Impulse. Das sei mehr Leistung, als alle Kraftwerke der Erde zusammen besäßen, erklärte Prof. Ludger Wöste von der Freien Universität Berlin. Allerdings dauern die Laserpulse lediglich Femtosekunden (billiardstel Sekunden). In diesem Zeitraum komme das Licht gerade um Haaresbreite voran.

Das besondere an dem Laser: Sein Strahl ionisiert die Luft und schafft damit in der Atmosphäre einen Strom leitenden Plasmakanal. So ein Plasmakanal könnte im Prinzip auch Gewitterwolken entladen. Femtolaser auf Flughäfen könnten also anfliegende Maschinen vor Blitzgefahr schützen. „Jedes Verkehrsflugzeug wird im Schnitt ein bis zwei Mal im Jahr von einem Blitz getroffen“, sagt Wöste. „Mit dem Einsatz von Verbundwerkstoffen im Flugzeugbau wird das gefährlich.“ Bisher reicht der Plasmakanal allerdings erst drei Meter weit.

Noch breiter sind die Einsatzmöglichkeiten im Umweltschutz. So kann der Laser die Zusammensetzung der Luft mittels Isotopenanalyse „ertasten“. Weil das auch durch Nebel geht, sieht das Militär hier Chancen für das Aufspüren chemischer oder biologischer Kampfstoffe. Denn anders als normale Lichtstrahlen wird der Strahl durch selbstfokussierende Kräfte des Femtolasers nicht vom Wassernebel gestreut: Er geht direkt hindurch. Die Industrie könnte den Laser zur Steuerung chemischer Reaktionen einsetzen.

Das „Teramobile“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und seinem französischen Pendant Cnrs gemeinsam finanziert. Vom 23. Juni an wird das Projekt im Pariser Palais de la Découverte vorgeführt.

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