Frühwarnsystem
Warnung vor dem Tsunami

Zweieinhalb Jahre nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist das Frühwarnsystem, das Mitarbeiter von acht deutschen Forschungseinrichtungen mit entwickelt haben, in ersten Funktionen einsatzbereit. Bis das System voll einsatzfähig ist, wird es jedoch bis Ende 2008 dauern. Bis dahin gibt es für die Forscher noch eine ganze Menge zu tun.

TÜBINGEN. „Deutlich verbesserte Erdbebenbeobachtungen sind bereits jetzt möglich“, sagt Alexander Rudloff vom Geoforschungszentrum Potsdam. Ziel sei es, mit dem Warnsystem innerhalb von zehn Minuten zu erkennen, ob nach einem Seebeben eine Flutwelle zu befürchten sei, so der Forscher.

Allein von deutscher Seite sind neun Erdbebenstationen installiert worden, fünf weitere sind für dieses Jahr in Vorbereitung. Bis das System Ende 2008 voll einsatzfähig ist gibt es für die Forscher noch eine ganze Menge zu tun. Neben der Optimierung der Technik für die GPS-Bojen, mit denen es anfänglich Probleme gegeben hat, helfen die Forscher den Behörden vor Ort, einen Evakuierungsplan zu erarbeiten. Dabei werden sie unterstützt von Kollegen der Leibniz Universität Hannover. Die Forscher des Franzius-Institut für Wasserbau und Küsteningenieurwesen entwickeln ein Simulationsmodell für die Küstenstadt Padang, mit dem die Auswirkungen eines Tsunami detailliert vorher gesagt werden können.

Die drittgrößte Stadt Sumatras mit rund 800 000 Einwohnern liegt auf der Höhe des Meeresspiegels und in einer Region, die besonders tsunamigefährdet ist. Das Modell für die Stadt soll möglichst genau die Gegebenheiten vor Ort, aber auch mögliche Fluchtwege erfassen. Evakuierungspläne sind bis April 2010 geplant, erste Ergebnisse zur Überflutungsdynamik bereits für nächstes Jahr. Der Zeitplan ist für die Hannoveraner Forscher eine Herausforderung: Weder gibt es die notwendigen Geodaten, noch wissen die Forscher detailliert genug Bescheid über die sozialen, ökonomischen und verkehrstechnischen Bedingungen in der Stadt.

Bei der Erhebung der Geodaten setzen sie auf Hightech aus der Weltraumforschung. „Wir fliegen unter anderem mit einer hochauflösenden Stereokamera über die Stadt, die am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin-Adlershof entwickelt wurde und nehmen damit die Infrastruktur sowie allgemeine Geodaten auf“, erläutert Projektleiter Torsten Schlurmann. Die Kamera erfasst die Gebäude, Verkehrsinfrastruktur, aber auch Flüsse und Kanäle mit einer Höhenauflösung von nur wenigen Dezimetern und erzeugt daraus dreidimensionale Bilder.

Anhand dieser genauen Kartierung wollen die Forscher bestimmen, wie sich das Wasser in der Stadt ausbreiten würde. Die nächste Aufgabe ist es herauszufinden, wie sich die Welle auf dem Meer ausbreitet: „Dazu müssen wir auch die Beschaffenheit des Meeresbodens vor der Küste ermitteln“, so Schlurmann weiter. Mit speziellen Echoloten wird die Küstenzone in einer Tiefe zwischen zwei und 300 Metern und einer Breite von bis zu 20 Kilometern erfasst.

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