Functional Food
Durch Zusatzstoffe wird Essen gesünder

Functional Food, so genannte funktionelle Lebensmittel, sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Vor allem die großen Getränke- und Nahrungsmittelhersteller entwickeln Produkte, die neben dem vermeintlich guten Geschmack einen Zusatznutzen bieten.

DÜSSELDORF. Es klingt paradox: Hersteller produzieren Kartoffel-Chips, die dem Körper nicht schaden, sondern ihm etwas Gutes tun. Die Forscher des Holzmindener Duft- und Geschmackstoff-Herstellers Symrise sind diesem Ziel schon sehr nahe gekommen. Sie haben Aromen entwickelt, die den würzig-salzigen Geschmack verstärken, gleichzeitig aber die Reduzierung des Salzgehaltes von bis zu 50 Prozent ermöglichen. „Die Aromen suggerieren der Zunge einen Salzgeschmack, so dass das Endprodukt mit weniger Salz auskommt“, formuliert es eine Firmensprecherin. Damit werde die gesundheitsschädigende Wirkung zumindest minimiert.

Die Vorteile eines leckeren Apfels oder einer frischen Kartoffel werden Chips wohl niemals bieten. Dennoch ist Functional Food, so genannte funktionelle Lebensmittel, aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Vor allem die großen Getränke- und Nahrungsmittelhersteller entwickeln Produkte, die neben dem vermeintlich guten Geschmack einen Zusatznutzen bieten. Die Anuga, die größte Lebensmittel- und Getränkemesse, die am morgigen Samstag in Köln beginnt, widmet dem Thema eine eigene Kongress-Messe.

„Functional Food ist einer der wichtigen Trends in der Ernährungsindustrie, auf den alle großen Unternehmen aufspringen“, sagt Sabine Eichner Lisboa, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Drei große Wachstumsfelder machen Fachleute in der Branche aus: Bio, Convenience – also Fertigprodukte – und funktionelles Essen.

„Functional Food hat das stärkste Wachstumspotenzial“, sagt Jens Lönneker, Geschäftsführer des Rheingold Instituts in Köln. Verbraucher nehmen Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Nutzen versprechen, immer besser an: „Durch den Mehrwert wird dem Essen ein neuer Sinn gegeben“, bestätigt der Psychologe.

Für Symrise ist das Geschäft mit der Technik im Essen eine wichtige Einnahmequelle: Das börsennotierte Unternehmen arbeitet als Dienstleister für die Duft- und Nahrungsmittelbranche und entwickelt Innovationen, die Hersteller wie Coca-Cola, Danone, Nestle oder Unilever für ihre Produkte übernehmen. Voriges Jahr entfielen 47 Prozent ihres 1,2 Mrd. Euro-Umsatzes auf Aromen und Geschmacksstoffe. So wie Symrise Knabbereien salzig schmecken lassen kann, ohne dass viel Salz im Produkt enthalten ist, so werden auch Marmeladen ohne viel Zucker süß.

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