Forschung + Innovation
Funde in Leipzig bieten neue Erkenntnisse über Jungsteinzeit

Von der Entdeckung eines jungsteinzeitlichen Gräberfelds am Flughafen Leipzig/Halle erhoffen sich die Archäologen wegweisende Erkenntnisse über das 6. Jahrtausend vor Christus, das so genannte Neolithikum. „Wir müssen völlig neu denken“, sagte die sächsische Landesarchäologin Judith Oexle.

dpa LEIPZIG. Von der Entdeckung eines jungsteinzeitlichen Gräberfelds am Flughafen Leipzig/Halle erhoffen sich die Archäologen wegweisende Erkenntnisse über das 6. Jahrtausend vor Christus, das so genannte Neolithikum. „Wir müssen völlig neu denken“, sagte die sächsische Landesarchäologin Judith Oexle.

Bei Grabungen auf dem Flughafengelände hatten Archäologen die Überreste einer menschlichen Siedlung und einen Friedhof mit Gräbern und Skeletten aus der Zeit von 5 300 bis 5 200 v.Chr. gefunden.

Es handle sich um den ersten in Mitteldeutschland gefundenen größeren Friedhof aus dieser Zeit, als die sesshafte Lebensweise die Kultur der Jäger und Sammler ablöste, sagte Oexle. Sie erwarte völlig neue Erkenntnisse zum Menschen des Neolithikum. Rein biologisch unterscheide er sich nicht vom heutigen Menschen. „Es ist der homo sapiens sapiens, der könnte in Leipzig Straßenbahn fahren.“

Freigelegt wurden acht Hausgrundrisse von bis zu 30 Meter langen Gebäuden. „Die Grundrisse haben sich als Negativ-Abruck im Boden bewahrt. So sieht man ganz genau, wo etwa Pfosten gestanden haben“, erläuterte Grabungsleisterin Susanne Friedrich. In 19 Gräbern fanden die Experten Knochen von auf der Seite liegenden und mit gekreuzten Händen bestatteten Menschen. Außerdem wurden Überreste zweier Brandbestattungen und acht Gräber ohne Knocheninhalt gefunden. Die teils stark geschädigten Skelett-Überreste sollen DNA-Tests unterzogen werden, um Hinweise auf genetische Merkmale wie etwa die mögliche Verwandtschaft der Bestatteten zu bekommen.

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