Funketiketten: Mini-Chip hält Sportler auf dem Laufenden

Funketiketten
Mini-Chip hält Sportler auf dem Laufenden

Forscher des Elektrokonzerns Hitachi haben den Weg für eine Reihe von neuen Anwendungen der Radiofrequenz-Identifikation (RFID) bereitet. Sie entwickelten einen Chip, der gerade einmal die Größe eines Staubkorns hat. Nun strebt Hitachi mit den weltweit kleinsten Funketiketten in die Massenproduktion. Den wichtigsten Markt sieht das japanische Unternehmen bei Ausweisen aller Art.

TOKIO. Der neue RFID-Chip von Hitachi hat eine Fläche von gerade einmal einem zwanzigstel Millimeter – ein Zehntel dessen, was bisher möglich war. Die Dicke beträgt nur fünf Tausendstel eines Millimeters. „Dieser Chip lässt sich auch in Papier einarbeiten“, sagt ein Hitachi-Ingenieur. Gerüchteweise hat die Europäische Zentralbank schon bei Hitachi angefragt, ob sich damit nicht der fälschungssichere, weil eindeutig elektronisch markierte Geldschein anfertigen lässt.

Das Hitachi-Management hat jedoch zunächst andere Anwendungen ins Auge gefasst. Den wichtigsten Markt sieht das japanische Unternehmen bei Ausweisen aller Art. Der neue Chip kann 128 Bit an Daten aufnehmen – das entspricht einer 38-stelligen Zahl. „Damit ist der Chip für fast alle Sicherheitsanwendungen geeignet, außerdem für den Verkehrs- und Unterhaltungssektor, den Einsatz in Lieferketten und allen sonstigen Bereichen, in denen Nachverfolgung nötig ist“, teilen die Entwickler mit. Auch beim Recycling könnte die Technik eine Rolle spielen: Wenn jede Ware künftig Informationen enthält, woraus sie besteht, erleichtert das die Entsorgung.

Im öffentlichen Leben findet sich die RFID-Technik bereits in einer Reihe von Anwendungen. Die Stadt Tokio hat bereits Testprojekte in den zahlreichen Parks des Stadtteils Ueno und an der Flanier- und Ausgehmeile Ginza finanziert. An Straßenecken, in U-Bahnhöfen, vor Geschäften und an auffälligen Stellen sind Sender angebracht. Eine Handy-Software liest die Signale und bietet ortsbezogene Infos an – im Zoo beispielsweise die Uhrzeit der Fütterung der Tiere, in der U-Bahn Abfahrtszeiten, im Laden Sonderangebote. In Vergnügungsparks reagieren Attraktionen bereits auf die Eintrittskarte eines näher kommenden Besuchers.

Beim Tokio-Marathon vergangene Woche hielt eine Anwendung von Funketiketten trotz ausgetüftelter Technik jedoch nicht ganz, was sie versprochen hatte. Die Teilnehmer hatten einen Funkchip erhalten, den sie an die Kleidung heften oder in den Schuh schieben konnten. Im Abstand von fünf Kilometern standen entlang der Strecke Datenstationen, die jeden vorbeikommenden Läufer identifizierten. Auf Anzeigetafeln konnten sie ihre persönliche Zwischenzeit ablesen.

Eine zweite Nutzung der eingefangenen Daten scheiterte jedoch an der gewaltigen Nachfrage. Es war vorgesehen, dass Freunde und Verwandte via Handy und Computer die Position der Hobbysportler auf der Strecke abfragen können. Doch die Veranstalter hatten die Kapazität des Netzwerkrechners für das Versuchsprojekt zu gering ausgelegt. Die technikbegeisterten Japaner lösten Tausende von Abfragen pro Minute aus. Der Server stürzte ab, nichts ging mehr.

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