Fußvermessung Maßschuhe für die Masse

Dirk Rutschmann weiß, wo der Schuh drückt: Sein Scanner liefert exakte 3D-Bilder von Füßen – die Basis für individuelle Produkte. Die Technik soll die industrielle Fertigung individuell angepasster Produkte ermöglichen. Experten sehen einen Massenmarkt. Was hinter der Idee steckt.
  • Dietrich von Richthofen
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Corpus-E-Gründer Dirk Rutschmann mit Spezialsocken. Der Unternehmer bietet eine Technik zur Fußvermessung. Damit sollen auch auf dem Massenmarkt individuell angepasste Schuhe erhältlich sein. Quelle: Andy Ridder

Corpus-E-Gründer Dirk Rutschmann mit Spezialsocken. Der Unternehmer bietet eine Technik zur Fußvermessung. Damit sollen auch auf dem Massenmarkt individuell angepasste Schuhe erhältlich sein.

(Foto: Andy Ridder)

STUTTGART. Schmerzende Füße, Druckstellen und Blasen: Im Laden schienen die Schuhe perfekt zu passen, den ersten Spaziergang jedoch machen sie zur Qual.

Dieses Leiden von Schuhkäufern beenden – mit dieser Mission tritt der Stuttgarter Dirk Rutschmann an. Er hat einen Scanner entwickelt, der die Form von Füßen exakt ermittelt. Schuhhändler können dann in einer Datenbank nach passenden Modellen suchen. „Wir wollen objektive Grundlagen für die Kaufentscheidung bieten“, sagt der 37-Jährige.

Rutschmann zielt mit seinem Unternehmen Corpus-E auf Mass-Customization ab – die industrielle Fertigung individuell angepasster Produkte. Auch zur Anfertigung von Maßschuhen lassen sich die Daten nutzen.

Experten sehen Massenmarkt für individiuelle Anpassung

Ein Geschäft mit Zukunft, sagt Claudia Schulz, Sprecherin des Hauptverbands der Deutschen Schuhindustrie: „Immer mehr Leute sind Einheitsschuhe leid und wollen individualisierte Produkte.“ Laut Frank Piller, Experte für Mass-Customization an der RWTH Aachen, könnten künftig bis zu 30 Prozent aller Schuhe für den deutschen Markt individuell angefertigt werden.

Große Hersteller wie Nike, Adidas und Reebok bieten bereits an, Turnschuhe im Internet selbst zu gestalten – allerdings nur das Material und die Farbe. „Bei der Passform steht der Kunde alleine da. Er muss sich auf sein Gefühl verlassen“, sagt Rutschmann. Der Scanner soll den Käufern Sicherheit geben.

Die Idee für das Unternehmen stammt von Rutschmanns Schwiegervater Robert Massen. Der baut in Konstanz optische Systeme, die Oberflächen auf Fehler prüfen. Ein Prototyp entstand während eines Entwicklungsprojekts zum Vermessen von Werkstücken. Das Patent verschwand aber in der Schublade. „Erst Jahre später haben wir das Potenzial erkannt“, sagt Rutschmann.

Den Anstoß gaben italienische Forscher, die Techniken zur Automatisierung der Maßschuhproduktion suchten und sich bei Massen meldeten. Der ergriff die Chance: Im Jahr 2000 gründete er mit seinem Schwiegersohn und zwei weiteren Mitstreitern Corpus-E.

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1 Kommentar zu "Fußvermessung: Maßschuhe für die Masse"

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  • ich bin überzeugt,daß die idee verwirklicht werden kann. Allerdings haben sie sich mit Leftfoot gleich einen Kooperationspartner geholt, der mehr Schaden als Weiterentwicklung bringt. Seit Jahren behauptet dieser Hersteller ( überigens aus Finnland) ein einmaliges Konzept zu haben. Aber es wurden in den letzten Jahren an folgenden Plätzen Geschäfte geschlossen.Hamburg,birmingham, Kopenhagen, Leer. Lippstadt, Leipzig, München, Moskau, Tokio, Hongkong etc. Sie haben hier einen Partner gewählt, der meiner Meinung nach dem Projekt nur schadet.

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