Futurestores Elektronik hilft beim Einkaufen

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Echten Zusatznutzen bringt die Digitalisierung im Verkauf, wenn beispielsweise Weinempfehlungen passend zum gekauften Käse auf der Kasse erscheinen oder Details zu Herkunfts- und Inhaltsstoffen von Fleisch, Wurst, Obst und Käse sowie Hinweise zu Allergenen oder Tipps zur gesunden Ernährung. Natürlich werden auch aktuelle Sonderangebote offeriert. „Eine spezielle Software sorgt für die automatische Artikelempfehlung auf dem Kundendisplay“, erklärt Martin Arndt, Geschäftsführer Technik bei Bizerba.

Auch im Futurestore der Metro spielen Waagen eine große Rolle. Intelligente Erfassungsgeräte mit Bildsensoren erleichtern den Vorgang: Sie erkennen, ob es sich um rote Äpfel oder Tomaten handelt, woraufhin Gewicht und Preis dem so genannten „Personal Shop Assistant“ gemeldet werden. Jeder Einkaufswagen ist mit einem solchen Assistenten ausgestattet. Der Wagen navigiert über ein Display sogar zum richtigen Regal, womit sich „Wo steht denn das?“-Fragen ans Verkaufspersonal erübrigen. Dass dabei umfangreiche Kundenprofile entstehen, scheint diese nicht zu stören: Der Test-Markt im niederrheinischen Rheinberg wird seit fast fünf Jahren betrieben und erfreut sich großer Beliebtheit. Laut einer Studie der Boston Consulting Group konnte der Markt fast 30 Prozent Neukunden gewinnen.

Auch die Handelskette Globus ist sehr an einer Navigation per Einkaufswagen interessiert. „Weil oft umgeräumt werden muss und ständig neue Produkte in die Supermärkte kommen, möchte man das lästige Suchen dem Kunden abnehmen“, sagt Gerhard Kahl, Entwickler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das zusammen mit Globus den Supermarkt der Zukunft erforscht. Auch eine Überwachung des Wageninhalts nach Diät- oder Diabetiker-Anforderungen sowie gewissermaßen die Live-Übertragung des Einkaufszettels der daheim gebliebenen Frau an den Einkaufsassistenten ihres Mannes im Supermarkt sei künftig möglich.

Die DFKI-Forscher haben zudem einen digitalen Mundschenk entwickelt, der beim Griff ins Weinregal per Sprachausgabe alles rund um Rebsorte, Lage, Temperament und Temperatur erklärt. Noch trickreicher wird es am Champagnerregal: Ein Sensor verrät, wenn der Kunde die Flasche dreht, um mehr über den Tropfen zu erfahren, woraufhin automatisch über ein Display am Regal das Webangebot des Herstellers erscheint. Jedes Produkt soll künftig ein digitales Gedächtnis besitzen. Das der Tomate zeigt beispielsweise an, wann und wo sie geerntet sowie wie lange sie wie gekühlt wurde. „Durch RFID-Technik gelingt es gewissermaßen, die die Fragen des Käufers im Sprachdialog beantworten“, sagt der DFKI-Entwickler.

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