Futurestores
Elektronik hilft beim Einkaufen

Supermärkte sind Umräumkünstler. Nie findet man die Dinge, die man einkaufen möchte, an der selben Stelle. Anstatt die Marmelade immer im gleichen Gang unterzubringen, setzen Metro und Co auf Navigationshilfen am Einkaufswagen.

DÜSSELDORF. Man kennt das: Nach langem Warten an der Kasse, weist die Kassiererin darauf hin, dass die Zucchini hätte gewogen werden müssen. Auch das ist Alltag beim Einkaufen: Die Karte wird nicht akzeptiert oder der Lieblings-Wein ist gerade wieder ausverkauft. Dies soll dem Kunden künftig in Supermärkten erspart bleiben. Handelskonzerne wie Edeka oder Metro testen seit geraumer Zeit in ihren sogenannten „Future Stores“ wie es besser laufen könnte. Wer in den nächsten Tagen über die Messe Euroshop (23. bis 27. Februar) in Düsseldorf schlendert, wird merken, dass die Zukunft mehr und mehr Realität wird. Dazu wird der Laden künftig nicht unbedingt bis unter die Decke mit RFID-Funkchips ausgestattet sein – selbst einfache Waagen machen das Einkaufen einfacher und auch sogar unterhaltsamer.

Bizerba zeigt, dass Wiegen nicht nur eine lästige Pflicht ist: Die Geräte versorgen Kunden mit Informationen zur Lagerung, Nährwerten, Alter und Herkunft der Ware. Wer noch nicht weiß, was er kochen soll, der kann sich sogar noch Rezeptideen samt Zutatenlisten anzeigen lassen. „Die Waage wird zur Infotafel und die Software zerbricht sich den Kopf für den Kunden“, schwärmt Matthias Harsch, Sprecher der Bizerba-Geschäftsführung.

Doch die Touchscreens am Obststand oder an der Fleischtheke können noch mehr: Sie haben zwei Seiten – für den Bediener und den Kunden. Auf dem 12,1 Zoll großen Farbdisplay können kurze Videos und Informationen abgespielt werden. Die Verkäuferin kann die Zusatzinformationen auch ausdrucken.

Das ist durchaus sinnvoll: „Jedes Jahr kommen 30 000 neue Artikel in den Lebensmittelhandel, da kann kein Verkäufer alle Informationen parat haben. Daher werden Kundeninformationstechniken mehr und mehr kommen“, sagt Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute, des Forschungsinstituts des Handels in Köln. Die Digitalisierung vor allem in den Bereichen automatisiertes Kassieren, der Verkaufsförderung und Information sei ein massiver Trend, sagt Gerling. Technisch seien die Systeme startklar, allein die Frage der Inhalte und wer die Kosten für die neue Technik übernehmen werde, sei noch unklar.

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